Bach FAQ 31

 

Auf welchem Friedhof liegt Johann Sebastian Bach begraben?

 

Heute? Heute liegt Johann Sebastian Bach auf keinem Friedhof begraben. Seine letzte Ruhestätte ist heute in der Thomaskirche in Leipzig. Dorthin pilgern jährlich Tausende Bach-Begeisterte aus der ganzen Welt: an sein Grab, das in der Nähe des Alters und immer von vielen Blumen geschmückt liegt.

 

Doch da - ruht er noch nicht immer. Kurz nach seinem Tod hat man ihn verbuddelt. Verscharrt. Over and out. So wie man auch sein Werk blitzschnell in der Öffentlichkeit vergaß (... aus den Ohren, aus dem Sinn!). Bach war prima, wenn er seine herrliche Musik zelebrierte, aber im Sinne von "Jeder ist ersetzbar" war Bach damals, nach 1750, weit davon entfernt, als einer der begnadetsten Musiker in die Geschichte einzugehen. Sein Werk vergaß man, ihn ebenso. Er war Dornröschen Bach, sozusagen. Zwischendurch hatte man ihn dann auch noch ausgegraben und mit etwas mehr Anstand "irgendwo anders hingelegt" - auch weniger engagierter als das erste Mal.

 

Erst als die sogenannte Bach Renaissance damit begann, dass ein anderer berühmter Komponist, Felix Mendelssohn Bartholdy, Bachs Matthäus-Passion genau 100 Jahre nach ihrer Uraufführung - und zwar fast auf die Stunde genau, denn es waren beides Karfreitage - 100 Jahre später jedenfalls aufführte, wurde Menschen auf der ganzen Welt, Musikern ohnehin, bewusst, welche Dimension Bachs Können hatte. Und so holte man nach, was diesem Mann gerecht wurde: kein Platz in der ganzen Stadt Leipzig ist Bachs Wirken angemessener und würdiger als der, an dem ihn Menschen aus allen Erdteilen heute finden: ganz in der Nähe des Altars in der Thomaskirche.

 

Ach ja, das mit der Aufführung nach genau 100 Jahren galt genau 250 Jahre. Oder so ungefähr. Heute weiß man: es waren 101 Jahre, aber wieder ganz genau. Auf den Tag. Auf die Stunde. Denn es waren und bleiben ... - beides Karfreitage!