Bach FAQ 50

 

War Bach mit seinen

Arbeitsplätzen glücklich?

 

Ja, zu Anfang war Johann Sebastian Bach mit allen seinen Arbeitsplätzen glücklich.

 

Im Ernst: der früheste zählt mit Sicherheit nicht, als er zum ersten Mal und auch nur ein halbes Jahr bei Herzog Ernst in Weimar Musik machte. Sonst wäre er nicht bereits nach sechs Monaten weitergezogen. Sein erster "richtiger" Arbeitsplatz war der des Organisten in Arnstadt und die negativen Highlights dieses Zeitraumes waren ein von Johann Sebastian Bach weit überzogener Urlaub, eine beinahe schicksalshafte Auseinandersetzung mit einem seiner Chorschüler, wobei sich der Arbeitgeber Bachs auf die Seite des Schülers stellte und die damalige Ungeheuerlichkeit, dass Bach eine Frau in der Kirche singen ließ. Das verschlechterte das Verhältnis zwischen Bach und seinen Arbeitgebern so sehr, dass Bach nach Mühlhausen weiterzog. In Mühlhausen war Bach im Grunde mit seinem Arbeitsplatz zunächst zufrieden, litt aber unter dem Zwist zweier gegensätzlicher religiöser Strömungen und zog auch dort weg. In Weimar schließlich hielt er es neun Jahre aus und hier könnte er die meiste Zeit zufrieden gewesen sein mit seiner Wahl. Erst als man ihn schließlich bei der Beförderung zum Kapellmeister überging, da entschied er sich, nach Köthen zu ziehen. Er vergaß allerdings, den Fürsten um Erlaubnis zu bitten, fand sich mit der Situation nicht ab und der Herzog schickte ihn schließlich wegen "Halsstarrigkeit" vier Wochen ins Gefängnis.

 

In Köthen gefiel es Johann Sebastian Bach so gut, dass er zum ersten Mal äußerte, sich hier mit seiner Familie auf Dauer und den Rest seines Lebens wohlfühlen zu können. Allerdings starb vollkommen plötzlich Bachs erste Frau und das verband Bach natürlich ab dann mit allem in Köthen. Als sein Freund, Fürst Leopold, schließlich eine Frau heiratete, die von Musik wenig begeistert war, litt die Freundschaft, die Begeisterung des Fürsten für Musik und Geldknappheit des Fürsten ließen Bach schließlich entscheiden, Thomaskantor in Leipzig zu werden.

 

In Leipzig war Johann Sebastian Bach so enttäuscht von seinem Arbeitsplatz und weiteren Dingen, dass er seinen berühmten, fast depressiven Brief an den Schuhlfreund Georg Erdmann schrieb, der heute noch existiert. Weil sich damit die Eckwerte im Leben von Bach in Köthen dramatisch veränderten, entschloss er sich, nach Leipzig zu ziehen.

 

Mit der Ausnahme von vier Jahren war dann der weitere Berufs- und Lebensweg des Johann Sebastian Bach allerdings im besten Fall als unerfreulich zu bezeichnen. Dieser Lebensabschnitt endete und gipfelte damit, dass man bereits für Bach nach einem Amtsnachfolger suchte, als noch gar nicht klar war, ob Bach nicht doch wieder gesund wurde.