Genealogie als Hobby

 

Bekommen Sie einen Eindruck? Tausende Bücher – und Sie suchen diesen einen Eintrag: Christian Hoske ist hier auf der Suche. Und wer Christian Hoske ist, erfahren Sie auf dieser Seite.

 



Falls Sie sich nur für die Genealogie der Bachs rund um Johann Sebastian interessieren, sind Sie hier eigentlich falsch! Denn hier geht es um Ahnenforschung im Allgemeinen. Klicken Sie einfach hier und ich bringe Sie dorthin, wohin Sie eigentlich wollten.

 

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Ihre Vorfahren – ein Rätsel

 

Zwei interessante Vermutungen gibt es, die diese Seiten der Bach-Homepage einleiten sollen. Zu allererst scheint es so zu sein, dass ein Interesse an der eigenen Herkunft verstärkt erst in einem Alter von um die Fünfzig beginnt. Davor begeistert man sich vielleicht schon an den Forschungen eines Freundes, des Onkels oder auch an den begeisterten Berichten eines Bekannten. Doch selbst nimmt man es sich meist, wenn überhaupt, erst für einen späteren Lebensabschnitt vor. Oder man kann sich das als Hobby noch überhaupt nicht vorstellen.

 

Dann gibt es ein herrliches Gedicht zum Hobby der Ahnenforschung. Darin steht, dass es in jeder Generation einer Familie den Einen zu geben scheint, den interessiert, was die Vorfahren erlebt haben. Wer waren sie und wo lebten sie? Es zu erforschen, es zu erhalten und es an kommende Generationen zusammen zu fassen, scheint immer genau diese eine Person pro Familie und pro Generation zu interessieren.

 

In meiner Familie ist es ganz und gar eindeutig mein Großvater gewesen, der die Ahnenforschung betrieb. Er war es, der mit seiner Recherche meinen Weg in die Vergangenheit ebnete. Weit zurück in die Vergangenheit. Ohne seine Vorarbeit und ohne seine Expertise wären wir heute nicht so tief in unsere Familiengeschichte eingedrungen. Heute versuchen wir, nicht nur die eigene Historie, sondern auch die eines der größten Musiker aller Zeiten mit einem nie zur Verfügung gestanden Medium wie dem Internet für alle Zeiten zu erhalten.

 


 

Eine Stunde Investment

 

Es ist ein goldener Tipp und wahrscheinlich bestätigen Sie mir das einmal wenn es denn zu spät ist. Fast jedem Familienforscher geht es so. In jeder Generation, in jeder Familie. Kennen Sie den Mädchennamen Ihrer Großmutter? Wenn ja, kennen Sie auch den Ihrer Ur-Großmutter? Wahrscheinlich nicht. Und genau das ist das Problem. Wenigstens am Anfang der Recherche, zu einer Zeit, in der man sich meist noch nicht für eine eigene Forschung interessiert, oder sie für später als Hobby plant.

 

Die Forschung in der eigenen Familie ist zu Beginn überhaupt nicht linear. Sondern sie beginnt in Stufen. Die ersten beiden Stufen zurück in die eigene Vergangenheit sind in aller Regel keine Herausforderung. Die Eltern leben oft noch und sie befragt man zu allererst nach deren Eltern und auch nach deren Großeltern. Ist das Erinnerungsvermögen gut, dann haben Sie nach Ihrer Konsultation bereits die Namen und Daten von vier Generationen "konserviert". Ihre, die Ihrer Eltern, die Ihrer Großeltern und auch vielleicht die Ihrer Ur-Großeltern. Allerdings rechnet man pro Generation einen Zeitabstand von gemittelten 25 Jahren. Und das bedeutet, dass es genau die Kenntnis über eine Generation sein kann, die Ihnen fehlt, wenn Sie sich zu einer Recherche erst mit 50 Jahren anstatt mit 25 Jahren entscheiden. Denn im Alter von 50 Jahren ist es einfach unwahrscheinlicher, dass Ihre Großeltern noch leben. Das ist es im Alter von 25 Jahren aber erheblich weniger.

 

Diese eine Generation kann von ganz besonderer Bedeutung sein, denn Sie werden es erleben: es bleibt offen, wann und in welcher Generation, aber mit höchster Wahrscheinlichkeit endet zu irgendeinem Zeitpunkt in der Vergangenheit Ihre Recherche. Weil es einfach keine Unterlagen mehr gibt, die einen Ansatz in die nächste Generation rückwärts bieten. Oft allerdings erlebt man, dass man mit viel Forschung, Zeit und Energie einen Weg um so eine Sackgasse herum findet. Allerdings ist dies eine Recherche der besonders frustrierenden Art und der geschätzte Aufwand ist zehn Mal so hoch, wie wenn es nur darum geht, ins nächste Pfarramt zu fahren und sie abzuschreiben – die folgende Generation.

 

Zurück zu Ihrer Oma. Denkbar ist es, dass genau der Link von der Generation, die Sie in Ihrem Alter von 25 noch erreichen, in Ihrem Alter von 50 verloren ist. Und zwar mit dem Tod der Großeltern, die nun einmal nicht 110 Jahre alt werden. Bleiben Sie also genau auf diesem Level stecken, dann ist das ausgesprochen ärgerlich, denn Sie wussten ja nun, dass Sie das selbst versiebt haben.

 

Eine Stunde Investment – 100 Stunden Gewinn. Würden man Ihnen an der Börse eine solche Chance bieten, noch dazu ohne jedes Risiko, Sie würden nicht eine Minute zu warten. Besuchen Sie Ihre Großeltern, nehmen Sie Block und Bleistift oder Ihr Tablet mit und laden Sie sich zu einer Tasse Kaffee mit Kuchen ein. Den Großeltern macht Ihr Besuch Spaß und die Information aus der Vergangenheit ist unersetzbar. Schreiben Sie sie auf. Falten Sie dieses Blatt Papier und legen Sie es in Ihre Familienbibel oder ins Familienstammbuch. Und dann lassen Sie Zeit ins Land gehen. Und wenn Sie nach 25 oder gar 30 Jahren plötzlich an einem ganz neuen Hobby Ahnenforschung Spaß finden, dann erst erkennen Sie, wie wertvoll dieser erste triviale Tipp für Anfänger war, noch bevor man an diesem Hobby interessiert ist.

 

Mehr noch: sind Sie bereits um die 50 und beginnen gerade, dann halten Sie sich 'ran! Denn mit Ihrer Befragung der ältesten Familienmitglieder ergeben sich weitere Personen dieser Generation und auch die leben nicht mehr unbegrenzt. Es begann mit der Forschung meines Großvaters, die man 50 Jahre verloren glaubte. Sie war es nicht, sie bestand eben nur aus etwa 20 Eintragungen mit Bleistift. Und es geht hin zur Bach-Genealogie, mit der ich bei einem für dieses Projekt so unendlich wichtigen Forscher genau um zwei Wochen zu spät dran war. 14 Tage früher hätte ich ihn noch erlebt, er freute sich auf meinen Besuch. Er wurde krank. Und ist gestorben. Ich habe ihn nicht mehr kennengelernt.

 


 

Ahnenforschung im 21. Jahrhundert

 

Wie fast in jedem Bereich unseres Lebens, hat sich auch die Suche nach unseren Vorfahren in den letzten 20 Jahren dramatisch verändert. Alles, was man im letzten Jahrhundert tun konnte, um seine Familie zu finden, das kann man heute immer noch tun. Eine Möglichkeit allerdings kam hinzu. Und sie ändert die Erfolgsaussicht dramatisch und für alle kommenden Generationen verspricht sie noch bedeutender zu werden. Es ist der Computer, die elektronische Kommunikation und das Internet.

 

So unsinnig die obige Unterteilung des Einzugs der Elektronik in die Ahnenforschung auch scheint, so unterschiedlich sind doch die drei Disziplinen. Während der PC ganz gewaltig dabei hilft, Gefundenes zu verwalten – selbstverständlich mit Software, aber bereits Office-Programme und Excel sind sinnig, sind auch die beiden weiteren Eckpunkte unterschiedliche Ansätze. Die Kommunikation heute: was früher wochenlang dauerte, aus Gründen des Postweges und eben, weil ein Brief auf Papier erheblich mehr Mühe macht, scheint Kommunikation heute um Lichtjahre schneller und unkomplizierter. Letztlich bietet das Internet selbst eine Unterstützung, die früher nicht ansatzweise so existierte. Heute ist es, als ob ein riesiger Organismus Daten aus der Vergangenheit recherchiert und dann wie beim Handeln mit Kartoffeln und Zwiebeln austauscht. Genealogie-Portale sind mehr als ein Segen.

 

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