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Groß- und Kleinschreibung nach Doppelpunkt

 

Zusammenfassung: wenn man einen Punkt machen könnte: groß weiter. Wenn man einen Gedankenstrich machen könnte: klein weiter!

 

2. Nach einem Doppelpunkt wird ein selbstständiger Satz in der Regel großgeschrieben <§ 54 (1)>. Duden

 

Beachten Sie folgenden Hinweis: Alle Bänke sind frisch gestrichen.

Gebrauchsanweisung: Soweit nicht anders verordnet, sollte alle zwei Stunden eine Tablette eingenommen werden.

 

1. Nach einem Doppelpunkt kann ein Satz groß- oder kleingeschrieben werden, wenn er (wie ein Teilsatz) auch mit Gedankenstrich oder Komma angeschlossen werden könnte.

Er konnte seine Kredite nicht mehr zurückzahlen, sprich: Er oder er war pleite. (Man könnte hier auch schreiben: Er konnte seine Kredite nicht mehr zurückzahlen, sprich, er war pleite.)

Das Haus, die Wirtschaftsgebäude, die Stallungen: Alles oder alles war den Flammen zum Opfer gefallen. (Man könnte hier auch schreiben: Das Haus, die Wirtschaftsgebäude, die Stallungen – alles war den Flammen zum Opfer gefallen.)

 

2. Man schreibt nach einem Doppelpunkt klein, wenn der folgende Text nicht als selbstständiger Satz aufgefasst wird.

 

Das ist in der Regel bei Aufzählungen, bei speziellen Angaben in Formularen o. Ä. der Fall.

 

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Die Unsicherheit der Groß- oder Kleinschreibung nach einem Doppelpunkt ergibt sich daraus, dass er kein Schlusszeichen, sondern ein Übergangs- und Ankündigungszeichen ist. Somit steht er vor ausdrücklich angekündigten Sätzen, Satzteilen und einzelnen Wörtern. Dementsprechend schreibt man nach einem Doppelpunkt das erste Wort eines vollständigen Satzes groß, aber klein, wenn es sich um einen Satzteil oder ein Einzelwort handelt, das kein Substantiv ist (vgl. Duden – Wörterbuch der sprachlichen Zweifelsfälle, Mannheim 2016). Beispiele: Das Sprichwort lautet: Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen. In der Anleitung steht: Verwenden Sie einen Dübel. Eines fand ich merkwürdig: dass niemand davon gewusst haben wollte. Verhalten: sehr gut.

Doch keine Regel ohne Ausnahme! Der Duden schreibt weiter:

»Alternativ zur Großschreibung kommt die Kleinschreibung infrage, wenn der nach dem Doppelpunkt stehende Satz (wie ein Teilsatz) auch mit einem Gedankenstrich angeschlossen werden könnte: Das Haus, das Wirtschaftsgebäude, die Stallungen: alles war den Flammen zum Opfer gefallen. (Denn man kann auch schreiben: Das Haus, das Wirtschaftsgebäude, die Stallungen ‒ alles war den Flammen zum Opfer gefallen.) […]

Manche Äußerungen sind zwar ihrer Form nach keine ganzen Sätze, sind aber trotzdem als in sich abgeschlossene Einheiten anzusehen, die eine ähnliche Bedeutung wie ein Satz haben. Sie könnten auch einem Punkt (anstelle eines Doppelpunktes) folgen. Hier liegt die Großschreibung nahe: Der Arm ist nicht gebrochen: Alles in Ordnung. (Ebenfalls richtig:) Der Arm ist nicht gebrochen: alles in Ordnung. Selbstverständlich können wir samstags liefern: Kein Problem!(Ebenfalls richtig:) Selbstverständlich können wir samstags liefern: kein Problem!«

 

 

Er hat alles verspielt: sein Haus, seine Jacht, seine Pferde.

1 000 €, in Worten: eintausend Euro

Rechnen: sehr gut

Familienstand: verheiratet