Die Johann Sebastian Bach Biografie von Joh. Seb. Bach

Eine Biografie über Johann Sebastian Bach? Es gibt 7.000 Bach-Biografien über Johann Sebastian Bach. Dazu unzählige Kurzbiografien unterschiedlichster Länge. Ist der Nekrolog von C.P.E. Bach eine lange Kurzbiografie oder eine kurze, aber richtige Biografie?

 

Es ist der 1. April 2018 und für Bach-Fans und Bach-Verehrer auf der ganzen Welt passiert die Sensation, praktisch auf den Tag genau 333 Jahre nach seiner Geburt. Bach's Geburtstag jährte sich am 21. März 2018 zum 333. Mal. 10 Tage später passiert das Unglaubliche. Eine Pressemitteilung erreicht die interessierten Medien weltweit nur Stunden später.

 

Die lokale Presse steht Kopf

 

Natürlich sind jüngste aktuelle Meldungen in den lokalen Medien über das internationale Geschehen noch weiter oben angesiedelt. Doch an einem Tag schlägt J.S. Bach die Großen dieser Welt wenigstens in der Größe der Überschrift.

 

Bisher war Andlisleben als Bachort kaum bekannt, er war einer der 33 weniger bedeutenden in der Aufzählung bei "Bach über Bach". Doch mit dem Sensationsfund wird wohl keine zukünftige Biografie mehr auf Andisleben verzichten können.

 

Johann Sebastian Bach - entwarf er Familienwappen, erstellte seine Bach-Genealogie und schrieb eine Autobiografie?

 

Das „Notenbüchlein for Wilhelm Friedemann Bach“, der genealogische „Ursprung der musicalisch-Bachischen Familie“, das Siegel von Johann Sebastian Bach und nur ein einziger wirklich privater Brief, nämlich der, den der Komponist an seinen lebenslangen Freund Georg Erdmann schickte. Das ist neben der unsterblichen Musik des Meisters erhalten, wenn man einmal seine Korrespondenz mit den Behörden und ein paar Unterlagen in Gelddingen außer Acht lässt. Am 1. April 2018 ändert sich die Bach-Geschichte. Kaum inhaltlich, aber dennoch beeindruckend.

 

Nun stellen Sie sich bitte vor: Bachs zweite Ehefrau, Anna Magdalena Bach, Sängerin am Fürstenhof in Köthen-Anhalt, hatte ihn im Sommer des Jahres 1750 gebeten, doch in seiner Leipziger Zeit, als er sich im Jahre 1750 von zwei Operationen an den Augen erholte und noch nicht wieder sehen konnte, sich wenigstens seines Lebens zu erinnern und Schwiegersohn Altnikol diese Erinnerungen in die Feder zu diktieren. Mann ahnte es immer, dass es so ein Schriftwerk geben musste. Allerdings ist eine solche Arbeit niemals überliefert oder gefunden worden, obwohl jeder Biograf seit über 250 Jahren ein solches Dokument sehnlichst erwünscht hätte. Das alles aber verändert sich im Jahre 2018. In Thüringen. In einer kleinen Gemeinde, aus der bereits vor 200 Jahren viele der dort ansässigen Bache der berühmten Musikerfamilie – so nannte man die Bachs damals – in die USA auswanderten.

 

Die Autobiografie von Johann Sebastian Bach - Andisleben schreibt Bach-Geschichte

 

Zeitsprung: für Sie hat das Bach-Projekt „Bach über Bach“ Johann Sebastian Bachs historische Aufzeichnungen überarbeitet, sie zu einem sehr großen Anteil aus ungewohntem Deutsch in einen heute einigermaßen konsumierbaren Text gewandelt. Allerdings auch wieder nur so sehr, dass ein gewisses historisches Deutsch zumutbar bleibt. Und so vorsichtig, dass der Sprachgebrauch von 1750 „gefühlt“ erhalten bleibt. So ist diese Nachbearbeitung ein Kompromiss, ein Mittelweg zwischen dem, wie man damals tatsächlich sprach – und auch schrieb – und dem, wie man heute, im Internet-Zeitalter spricht. Ihr Spaß am Lesen ist das Ziel der Umsetzung.

 

Es passiert am 27. März 2018. In Andisleben, einer kleinen Gemeinde mit rund 850 Einwohnern, etwa 50 Kilometer südlich von Erfurt und 20 Kilometer westlich von Arnstadt wird die Ortskirche St. Bortholomäi saniert. Bei der Auslagerung von alten Unterlagen, Mobiliar und Reliquien hätte es beinahe niemand bemerkt. So unauffällig war die Sensation inmitten Jahrhunderte lang gelagerter Gesangsbücher, alten Bibeln und Kirchenbüchern in einer kleinen Abstellkammer gelegen. Eine erste Aufmerksamkeit verursachte natürlich das Wappen Bachs, das den Einband zierte. Kurze Zeit später haben Graphologie-Wissenschaftler und Bach-Forscher aus Leipzig, Hamburg und New York dann einstimmig bestätigt: es handelt sich tatsächlich um eine von Bach verfasste Autobiografie aus dem Sommer des Jahres 1750. Sie ist allerdings nicht in Bachs Handschrift verfasst, was allerdings logisch erscheint, erwähnt er doch selbst, dass er seine Gedanken in genau jener Zeit formulierte, als er sich nach seiner zweiten Augenoperation auf einem guten Weg der Gesundung befand.

 

Hier ist Bachs Autobiografie beinahe im Wortlaut – exklusiv –wiedergegeben. Lediglich – wie erwähnt – sind einige Passagen, die zu sehr von der heutigen Ausdrucksweise abweichen, in heute übliches Deutsch verändert. Bach war wohl im Juli 1750 tatsächlich der Ansicht, schon in kurzer Zeit wieder dem gewohnten Tagesrhytmus nachgehen zu können. Denn die Beschreibung seines Lebens fällt ungewöhnlich kompakt und knapp aus. Wenig erfährt man über sein musikalisches Leben. Und noch wesentlich weniger erfährt man zu seiner familiären Situation.

 

Für einige Aufregung sorgte dieser Fund natürlich zuerst bei der örtlichen Lokalzeitung, die durch ihre Verbindungen und die Nähe am Ort natürlich bei jedem Schritt dabei war.  

 

Den Einband des Werkes ziert das von Bach selbst entworfene Familienwappen. Als Titel wähnte er die Worte, die auch viele seiner Musikwerke einleiten: Factum Deo, Getan für Gott. Auf 26 Seiten Seiten berichtet er von seinem Leben, das er ganz offensichtlich als eine Ergänzung seines Ursprungs der musicalisch-Bachischen Familie.“  verstand, beginnt er doch nicht bei den Wurzeln der Familie, sondern mit seinem Verhältnis zum Vater, auch dabei auch wieder mit der Neigung, alles zu vernachlässigen, was nicht direkt mit Musik zu tun hat.

 

Wie dieser mit einem Geldbetrag gar nicht zu beziffernde Schatz ausgerechnet in die Kirche nach Andisleben kam, ist ein Rätsel, hatte Bach doch dort niemals offziell zu tun, noch hatten seine Kinder Verbindungen dorthin. Einzig ein entfernter Onkel, für Sie lieber Leser: es ist dieser Johann August Reinhold Bach, der dann später in die Vereinigten Staaten von Amerika auswanderte, ist eine feine Verbindung. Der war in Andisleben geboren und lebte dort mit seiner Familie.

 

Im Moment ist dieser Fund nicht öffentlich zu besichtigen, denn Seite für Seite muss diese Kostbarkeit bearbeitet werden, von den Schäden durch Feuchtigkeit, Staub und Pilzbefall gesäubert und anschließend bestmöglich geschützt. Ähnlich der Gutenberg-Bibel in Mainz soll sie anschließend der interessierten Öffentlichkeit unter einer feuersicheren und unzerstörbaren Glasvitrine zur Ansicht bereit gestellt werden. Ob dies in Arnstadt, in Leipzig oder in Weimar sein wird, steht heute noch nicht fest.

 

Johann Sebastian Bach: Mein Leben für Gott

 

Es ist das Jahr 1750 und es wehet ein laues Frühlingslüftchen von der Pleiße her. Der April ist fast vorüber und ich fühle mich gut, wenn durchaus noch etwas schwach. Aber bin