Bach-FAQ 30

 

Woran starb Johann Sebastian Bach?

 

Johann Sebastian Bach starb sehr wahrscheinlich an einer Kombination von drei verschiedenen Faktoren. Er litt wahrscheinlich an Diabetes, er war absolut entkräftet und den Rest besorgte ein Schlaganfall, entweder der erste oder ein zweiter.

 

Beginnen wir früher in Bachs Leben. Johann Sebastian Bach litt wohl sein ganzes Leben an schlechtem Sehvermögen, was ihn aber nicht in seinem Schaffen beeinträchtigte. Denn wenn dem so gewesen wäre, dann wäre sein Werk ja noch gewaltiger gewesen. Das ist natürlich Nonesense. Kaum jemand weiß, dass der kompetenteste Bach Wissenschaftler vermutet, dass die etwa 1.100 bis 1.200 Werke, die von Bach noch erhalten sind, nur zehn Prozent vom Lebenswerk des Thomaskantors sind.

 

Doch zurück zu Bachs gesundheitlichem Leben. Bach erblindete 1750. Heute nimmt man an, dass diese Erblindung auf eine nicht erkannte Diabetes zurückzuführen ist, was allerdings auch keinen Unterschied gemacht hätte, hätte man es damals erkannt. Denn effektive Maßnahmen gegen "Zucker", wie man Diabetes auch nennt, kannte man um 1750 noch nicht. Andere Bach-Kenner meinen allerdings, die Erblindung Bachs sei auf einen Schlaganfall zurückzuführen

 

Zu genau dieser Zeit, als Bach erblindete, war ein berühmter britischer Augenarzt, ein Okkultist oder auch Starstecher, auf seiner Reise in Leipzig. Solche Kapazitäten reisten und praktizierten dann in den verschiedenen Metropolen Europas. John Taylor operierte Bach. Das erste Mal allerdings ohne jeden Erfolg. Er operierte Johann Sebastian Bach ein zweites Mal. Wieder ohne Erfolg. Das war allerdings nicht das Entscheidende an Bachs schwindender Gesundheit. Denn er konnte ja vorher und nachher nicht sehen, aber sonst ging es ihm gut. Aber sein Gesamtgesundheitszustand verschlechterte sich durch die damals noch katastrophalen Behandlungsmethoden nach den Operationen und fehlende effektive Medikamente erheblich. Dazu kam, dass wenn schon die Medizin nicht half, die Behandlungen wie Aderlass jedoch besonders einem Kranken und Geschwächten heftigst zusetzte. So ging es Bach nach beiden Operationen fast ein halbes Jahr schlecht. Nicht nur, dass er heftigst gesundheitlich angeschlagen war, auch die aufgezwungene Ruhe und der für Bach sicherlich kaum zu ertragende Zwang zur Untätigkeit dürften seiner Gesundheit zusätzlich kaum gutgetan haben. Ob nun, wie die heutige Wissenschaft zu Bachs letztem Jahr vermutet, Johann Sebastian an Diabetes litt oder die Erblindung auf einen Schlaganfall zurückzuführen ist, ist dabei sicherlich unerheblich. Beide Alternativen als zukünftiges Risikopotenzial hätten sich durch die Operationen ohnehin nicht verändert.

 

Seltsamerweise konnte Johann Sebastian Bach etwa ein halbes Jahr nach seiner zweiten Operation plötzlich wieder sehen. Nur um am selben Tag einen zweiten (... wenn ein erster Schlaganfall die Erblindung auslöste) oder eben einen ersten Schlaganfall zu erleiden, der Bach in dessen Zustand natürlich zusätzlich schwächte. Zehn Tage lebte er noch, bevor er schließlich starb.

 

 

 

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