Bach-FAQ 80
Der „Ursprung“ ist eigentlich der „Ursprung der musicalisch-Bachischen Familie“. Es ist eine Auflistung von 53 männlichen Familienmitgliedern. 41 davon waren Musiker. Johann Sebastian stellte ihn 1735 im Alter von 50 Jahren selber handschriftlich zusammen. Wie auch sonst?! Was man heute noch in originaler Handschrift lesen kann, ist allerdings eine Abschrift vom Original durch Bachs Enkeltochter. Und es gibt eine zweite Abschrift.
Der „Ursprung“ scheint ein Stammbaum ... es ist aber nicht. Bestenfalls ist es eine außerordentliche und unersetzbare Grundlage für Genealogie-Forscher in Sachen Bach.
Warum ist es kein Stammbaum? Weil es nur um 53 Männer geht. Wohlgemerkt, nicht einmal um alle Musiker bei den Bachs. Und auch nur 42 davon sind Musiker. Dazu fehlen alle Frauen komplett. Selbst, wenn sie mit Musik ihr Geld verdienten. Bachs zweite Frau in Köthen, zum Beispiel, sogar fast so viel wie er selbst. Bachs Kinder fehlen zu einem großen Teil ebenfalls, nämlich alle Mädels. Und je einfacher Bach der Geburtsdaten einiger Verwandter hätte habhaft werden können, desto mehr fehlen sie in seiner Auflistung. Für Bach-Lover, die keine Genealogie betreiben, scheint der „Ursprung“ ein Stammbaum zu sein. Wer selbst Spaß an Familienforschung hat, der kann easy nachvollziehen, warum es aber keiner ist.
Deswegen ist der „Ursprung“ unendlich wertvoll. Ein Stammbaum ... ist es aber keinesfalls.
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