BACH über BACH
BACHüberBACH

Peter Bach ... wer ist denn jetzt eigentlich Peter Bach sr.?

Von Peter Bach jr.

Peter Bach "in Ausübung" seines Hobbys: Peter Bach sammelte Zinnfiguren und das im Zusammenhang mit der Geschichte des Bieres und mit der Geschichte der Feuerwehr. Auch so werde ich – werden wir – ihn in Erinnerung behalten.


 

Es ist der 7.7.2017: Seit gestern ist Peter Bach aus Flein einfach nicht mehr da!

Peter Bach ... sr. ( ! ) für mich! Er selbst mochte das "sr." nicht so sehr ... Peter Bach sr. ... ist gestern nach einem sehr langen, erfüllten Leben gestorben. Und so, wie mir nun schon ein Leben lang kreative und ungewöhnliche Dinge einfallen – wie zum Beispiel dieses Bach-Projekt – kommt mir gerade in den Sinn, meinen Papi mit etwas ganz Besonderem zu ehren. Peter Bach bekommt von mir nicht nur "irgendeinen Wikipedia-Beitrag". Dass der wegen fehlender Relevanz sowieso von Wikipedia-Editoren verworfen werden würde, ist ohnehin wahrscheinlich. Nein, Peter Bach soll bei Google ganz nach oben unter die ersten zehn Positionen weltweit "klettern". Man soll ihn finden ... wenn man ihn sucht. Heute und morgen und bis ans Ende aller Zeit.

 

Peter Bach sr. ... ihm gebührt dieser Ehrenplatz und mit dem 7.7.2017, einen Tag nach seinem Tod, mache ich ihn zum Ehrenmitglied unseres Johann-Sebastian-Bach-Dream-Teams.

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Eine sehr, sehr persönliche Seite auf meiner J.S.-Bach-Homepage zu Ehren meines Papis

Also hat diese Seite meiner Homepage mit dem Menschen zu tun, der mir neben meiner Frau Renate am nähesten steht und stand: diesem Peter Bach, der mich (... als diese Seite entstand) 60 Jahre lang begleitet hatte und der nun seit gestern mit 94 Jahren doch tatsächlich nicht mehr da ist. Das war eigentlich in meinen Plänen so gar nie  angedacht. Natürlich habe ich schon seinen Tod bereits über ein Jahrzehnt – und plötzlich und irgendwie – erwartet. Aber er ließ uns sehr lange Zeit, um uns in allen erdenklichen Varianten zu verabschieden. Seit er nicht mehr lebt, gilt die Überlegung, nicht alt werden zu wollen, wenn es denn so endet – für mich – nicht mehr. Gemessen daran, was manche erdulden und erleiden müssen, hatte er nicht nur mit seinem Leben, sondern auch mit seinem Abschied, ein schönes Leben – und das vom Feinsten – gehabt. Dieser Peter Bach. Ich hinterlasse ihm hier einen ganz besonderen und auch sehr "quergedachten" Nekrolog. Einen Nekrolog 4.0 sozusagen. Diesem Peter Bach. Diesem Peter Bach sr., der er für mich während drei Jahrzehnten der gemeinsamen spannenden Zusammenarbeit gewesen ist. Und den sechs Jahrzehnten Zusammensein als mein Papi.

Peter Bach sr.: Er war Autodidakt. Er war Rhetoriker, wie ich keinen besseren kenne. Er hat sein Hobby zum Beruf gemacht und er hat meiner Frau und mir den Weg zu unserem Berufsleben geebnet. Bis zum Schluss erlebte er, wie sich mehrere "Kreise in sechs Jahrzehnten schließlich schlossen".


 

"Südtirol, Vorträge, Diaschauen" – Peter Bach war in Deutschland und vielleicht darüber hinaus damit auf der Erde der Erste!

Südtirol, Brauchtum, Peter Bach ... so passte das vor 60 Jahren, so passt das heute immer noch ... und so wird es bis in alle Zukunft passen. Foto: Peter Bach sr.!

 

Peter Bach erfand die Diaschau – und kaum einer wusste das bisher. Lange noch nach dem Krieg waren Lichtbildervorträge etwas Besonderes. Peter Bach füllte ganze Vortragssäle mit Publikum. Kleine Säle auf dem Land und die ganz großen in den Metropolen in Deutschland. Zusammen mit Volkshochschulen und Zeitungsverlagen, die für solche Veranstaltungen warben und für viele Menschen, ein Jahrzehnt nach dem Krieg, auf deren Weg in die heutige Urlaubskultur. Peter Bach fotografierte damals Brauchtum und Natur. In Südtirol, in Süddeutschland im Schwarzwald, in Bayern und dort vor allem nennenswert, auch Garmisch-Partenkirchen und das traumhafte Oberammergau. Und Peter Bach liebte Musik, historische volkstümliche Musik. Er wollte sie bewahren und hat sie dann auch konserviert. BASF sponserte dazu ein Tonbandgerät und Peter Bach machte fortan Tonaufnahmen. Schrieb Texte. Sprach sie auch selbst und vertonte sie mit der oben erwähnten Musik. Das Equipment, um diese Werke – diese Vorträge – zu "transportieren", waren das heute alte Magnetophon-Tonbandgerät, ein gewaltig großer Reiselautsprecher – unendlich schwer – und ein wirklich simpler Diaprojektor.

Südtirol, Bayern, Österreich ... das aber konsequent und am liebsten in Jeans. Peter Bach, unser Boss, bleibt uns allen so in Erinnerung. Und das ist gut.

 

 

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Peter Bach erfindet den ersten optischen Trick-Effekt und läutet damit das heutige Internet 4.0 ein. Das ... ist jetzt nicht ernst!

Peter Bach hat's erfunden! Tatsächlich! Das mit dem Vorläufer des Internets 4.0 ist natürlich durchaus übertrieben. Und ich nenne ihn - übrigens - hier auf dieser Seite auch nur deswegen so oft Peter Bach, weil ich ihm ja den ihm gebührenden Platz bei Google verschaffen will. Für mich war er Papi, Väterchen, für uns alle war er auch "der Pebbels". Jetzt ... ist er nicht mehr da. Aber auch noch nicht ganz fort. Denn heute ist die Beerdigung in etwa 4 Tagen.

 

Stundenlang haben wir - mein Papi und ich - gemeinsam gewartet, in den Bergen, in Südtirol, im Idealfall auf den Sonnenuntergang am Schlern, mit einem Murmeltier links im Vordergrund, einem Edelweiß am rechten Bildrand, das berühmte weiße Wölkchen oben in der Mitte – genau über dem Bergmassiv – viele Stunden waren es ... addiert. Noch heute ist "eine gute Wolke" nur dann eine gute Wolke, wenn sie die Sonne nicht verdeckt. Ein gutes Foto ohne Sonnenschein – undenkbar für Peter Bach sr. – undenkbar für Peter Bach jr.!

 

Klar wurde mir als Zwerg damals langweilig und das Murmeltier äugte zwar aus seinem Bau, aber nachdem ich mich bewegte, pfiff es ... und weg war es danach. Der zweite Pfiff erfolgte von meinem Vater, es war der Anpfiff. Er musste sich mit Sonnenuntergang, Edelweiß, Schlern und Wölkchen begnügen und das Foto wurde perfekt. Auch ohne Murmeltier. Perfekt genug, wie wir uns später einigten.

Peter Bach: Er hat aus seinem Hobby einen Traumberuf für zwei Generationen Bache – heute Bachs – gemacht! Danke, Peter Bach oder besser dankeschön, Papi.

 


 

Peter Bach zelebrierte den ersten "vorelektronischen" Sonnenuntergang

Wann fotografiert man in die Sonne? Nicht bevor man sie mit bloßem Auge ansehen kann. Und dann misst man die Belichtung mit einem Belichtungsmesser auch noch dazu, damals für Profis üblich. Man denkt auch nochmals daran, wirklich einen Film eingelegt zu haben und nicht gerade nur noch das letzte Bild 36 in Bereitschaft zu wissen ... und drückt auf den Auslöser einer Exakta-Kamera. Solche Fotos waren es, die vor runden 70 Jahren – vor weit mehr als einem halben Jahrhundert inzwischen – tausende Besucher seiner Vorträge begeisterte. Peter Bach umfasste das Objektiv des Diaprojektors mit dem "Sonnenuntergang-Bild" – vor dem Objektiv – und schloss langsam die Hand. Von außen nach innen wurde das Bild an der Leinwand dunkler, bis zuletzt nur noch die Sonne "auf der Leinwand schien". Und anschließend ganz verlosch. Herbst war es auf diesem Bild mit der untergehenden Sonne, mit leuchtendem Laub auf traumhaften Bäumen, natürlich Berge im Hintergrund. Die Musik verstummte komplett und es war dunkel im Saal. Schon hatten sich einige umgedreht, was Peter Bach da an seinem Leitz-Diaprojektor tat. Das "Abblenden" dauerte keine zwei und keine vier Sekunden, sondern ganze 20 und das Dunklerwerden des Bildes wurde zunächst vom Publikum auch überhaupt nicht wahrgenommen. Zwei oder drei Sekunden war dann alles still. Obwohl: Die Menschen im Publikum tuschelten. Eine helle Melodie erklang kurz danach vom "Magnettonband" und Peter Bach hatte inzwischen – mit der anderen Hand – das Dia gegen das kommende getauscht. Automatisch ging das noch lange nicht. Mit dem Ertönen des ersten kristallklaren, hellen Tons des folgenden Musikstückes öffnete er in einer halben Sekunde seine Hand und ein herrliches Panorama erschien als tief verschneiter Winterwald, ebenfalls vor traumhafter Bergkulisse. Und natürlich ... im gleißenden Sonnenschein.

So kannte man ihn in Flein, dem kleinen Weindorf südlich von Heilbronn in Süddeutschland. Nett, sympathisch, höflich, charmant: Peter Bach aus dem Parkweg, die Hälfte des "Dream-Teams Ingrid und Peter Bach".


 

Peter Bach sr. + Peter Bach jr. gemeinsam

Winterzeit war Vortragszeit und so begleitete ich meinen Dad schon früh und oft zu solchen Dia-Vorträgen. Es begann nicht selten mit Fahrten über zugeschneite Straßen und im dicken Nebel in die Volkshochschulen zwischen Karlsruhe und Stuttgart, zwischen Würzburg und München. Von der Pike auf diesen Job lernen, das war die Einweisung von Peter Bach dem Älteren an Peter Bach den Jüngeren: zum Beispiel das korrekte Aufwickeln einer Kabeltrommel. Schräg musste man sie halten, damit es einen ordentlichen "Wickel" gab. Und keinen Kabelsalat, wenn die nächste Veranstaltung in zehn Minuten beginnen sollte. 

 

Nächste Stufe in der "Karriere" für den Kleineren der Peters war das komplett Zusammenpacken der Vortrags-Ausrüstung im Saal, während der Peter Bach, der noch gestern in der örtlichen Zeitung angekündigt war, jede Menge Fragen nach der Filmsorte, dem Vorteil von dieser gegenüber jener Kamera oder – noch wichtiger – mit welcher Zeit und welcher Blende welches beeindruckende Foto entstand, beantwortete.

Was "Peter Bach der Große" tat, das wollte "Peter Bach der Kleine" auch tun. Von mir gibt es Bilder mit Kamera um den Hals aus Zeiten, an die ich mich nicht einmal mehr erinnere.


 

Peter Bach und die Anfänge eines kleinen Familienbetriebs in Flein bei Heilbronn

Wenigstens sollte ich etwas Vernünftiges lernen, dann könne ich immer noch mitmachen. Das war Peter Bachs Meinung ... nicht im Wortlaut. Es führte zu meinem Diplom der renommierten Lazi-Foto-Fachschule, damals noch in Stuttgart, und zu einem Wehrdienst in der Pressestelle der 12. Panzerdivision in Veitshöchheim bei Würzburg. Letzteres war durch diese Redakteurstätigkeit natürlich  erträglich. Ab dann war es ein gemeinsamer Weg. Über 30 Jahre lang und eine Mitarbeit von Peter Bach sr. bis zu seinem 83. Lebensjahr. Weg vom Dia hin zur Elektronik. Noch heute bewundern wir – die ganze Familie – die Zähigkeit des Firmenchefs, neue Kontakte zu knüpfen und dann auch zu pflegen. Das "lieferte" er mit Bravour. Lange, lange Zeit arbeitete er auch im Team mit seiner Schwiegertochter Renate. Sie ist übrigens meine Frau ... aber das haben Sie auch ohne diesen, meinen Hinweis geahnt.


 

Peter Bach im Spiegel der Presse

Richtig, ganz ernst darf man die Überschrift nicht nehmen, und dennoch ... selten war Peter Bach nicht in der Presse zu finden. Dutzende von Berichten begleiteten ihn nicht nur die letzten zehn Jahre seines Lebens. Seit Beginn seiner Zeit als Dozent, so nannte er sich ebenfalls ... wie denn auch sonst ... wurde über seine unzähligen Vorträge in der Lokalpresse berichtet. Denn er ( ! ) löste den "Vortag mit dem Bambusstock" ab. Seine Präsentation war top-modern. Viele Jahre war er in den Blättern der Republik zu seinen Vortragsthemen präsent. Aber das änderte sich zum Ende des Jahrhunderts. Mit Zinnfiguren-Dioramen-Aufstellen, der Eröffnungs-Veranstaltung, der Ausstellungszeit selbst und dann wieder mit dem sorgsamen "Abbau" und der "Rückführung der Zinnfiguren" nach Hause, war Peter Bach später auch wieder in den morgendlichen Zeitungen präsent.

 

Folgende Publikationen ... es sind nur wenige von vielen ... machten Peter Bach einem kleinen Kreis "in Sachen Zinnfiguren" Interessierter bekannt ... und ihm natürlich Spaß. In der OP ONLINE, der Offenbach-Post im Internet, ist das "Reinheitsgebot für deutsches Bier" ganz großes Thema und eine Fotostrecke gibt es auch zum Artikel. Das RATHAUS SCHWABMÜNCHEN titelt auf der eigenen Website: „Eine (sehr) kleine Geschichte des Bieres - Zinnfiguren-Dioramen von Peter Bach“ heißt der Artikel dort. Und klar doch, selbstverständlich berichtete auch die HEILBRONNER STIMME, die für meinen Papi am Morgen einfach unverzichtbar war: „Mönche, Ritter, Stammtischbrüder". Ein langer Artikel ist es und ein schönes Bild. Das MAIN-ECHO titelt seinen Artikel „Kleiner als ein Streichholzkopf“. Die SÜDWESTPRESSE berichtet im Beitrag „Zinnfiguren erzählen“ über den Sammler Peter Bach aus Flein. Ein Bericht über das zweite spannende Sammelgebiet, nämlich "Die Geschichte der Feuerwehr", soll diese kleine Liste beenden. Publiziert wurde er vom KREISFEUERWEHRVREBAND HEILBRONN. Das Internet vergisst nie … und das ist in meinem Falle richtig gut. Und so hat das auch Peter Bach sr. gefallen. Heute noch kann man einen Teil seiner Dioramen und Zinnfiguren in der BRAUEREI BINDER in Bad Tölz erleben.


 

Eine coole Überraschung, so lange Zeit später

 

Dieser Abschnitt (... auf dieser Seite über meinen Dad) entstand sehr viel später als die übrige Homepage-Seite auf "Bach über Bach" über ihn: Irgendwann werden selbst Vielschreiber ein wenig unkonzentriert und auch müde. Und dann schaut "man" hin und wieder bei Google nach, wie weit es die eine oder andere Seite einer eigenen Publikation inzwischen in den Suchmaschinen "gebracht hat". Man "googelt sich selbst". Auch in der "Google-Abteilung Bilder". Und dort fand ich es: ein Bild von meinem Boss - uralt, wirklich uralt - das mit Sicherheit nicht einmal mein Vater kannte. Für mich ist es von unschätzbarem Wert. Es wurde - ich schreibe diesen Text am 29. Juli 2021 - vor über 40 Jahren aufgenommen, und das genau einen Monat, bevor ich damals meine Frau Renate kennenlernte.

Peter Bach begeisterte mit seinen Lichtbildvorträgen, später sogenannten Tonbildschauen, in ganz Deutschland. Und er porträtierte auch seinen Wohnort Flein. Einige Schauen, die ab den 1960ern des letzten Jahrhunderts schließlich auch automatisch vorführbar waren, ließ er von Prominenten sprechen. Und im Schwäbischen waren das damals ohne Frage - für diese Art der Präsentation - zum Beispiel das Ehepaar Ruth Mönch und Willy Seiler. Das gestochen scharfe, schwarzweiße Bild des Dozenten, auch so nannte sich mein Papi, zeigt ihn mit einer noch Jahrzehnte lang genutzten REVOX-77-Tonbandmaschine in der Variante mit Verstärker sowie aktiv mit einigen Dia-Magazinen,  im Vordergrund unten links. Im Hintergrund erkennt man das interessierte Publikum.

Roland Gärtner aus Flein gebührt die Ehre! Und bei ihm bedanke ich mich hier und in aller Form. Oben ist der Titel der Show über den weithin bekannten Weinort Flein zu sehen, direkt aus der digitalen uralten Dia-Show "extrahiert". Klicken Sie gerne hier, um eine Reise zurück in die Vergangenheit zu unternehmen.

 

 

Viele Jahre, nachdem die Show über das damalige Flein von meinem Vater - noch ganz ohne meine "Hilfe" - produziert war, war Roland Gärtner, ebenfalls Fleiner, bereit, die schon lange Jahre nicht mehr aktuelle Schau über den kleinen Weinort zu digitalisieren. Noch heute gibt es sie als Dias und auf Tonband, aber das "Haltbarkeitsdatum" beider Medien läuft unweigerlich ab. Ob man das Bandmaterial heute überhaupt noch abspielen könnte ... niemand weiß es. Einige Tonbänder lösten sich - zu meinem Entsetzen - nämlich schon vor 20 Jahren in einem schlimmen Prozess derart auf, dass sie in wenigen Sekunden alle Tonköpfe zuschmierten, die dann, wenn nicht gründlichst gereinigt, die nächsten Tonbänder beschädigten. Ein Super-Gau damals. Gefühlt ... existenzbedrohend.

 

Zurück zu Roland Gärtner. Zur Zeit dieses zweiwöchigen Projekts, der Digitalisierung der Fleiner Tonbildschau, war er noch Grundschuldirektor am Ort und sorgte sich - absolut berechtigt - um den Erhalt dieses wertvollen Zeitdokuments. Ohnehin lag das Copyright damals auch bei der Gemeinde Flein, aber mein Vater freute sich trotzdem über die Nachfrage des heutigen Chorleiters und Dirigenten im Weinort, dieses einzige erhaltene historische Werk von ihm aus dieser Epoche seines Wirkens für die Nachwelt erhalten zu wollen. Apropos "zweiwöchig". Zwei Wochen würden sogar Renate und ich heute sicherlich damit verbringen, alles zu scannen und neu zu arrangieren. Und Renate und ich machen das täglich. Roland Gärtner engagiert sich außerdem in der Bürgerstiftung Flein und darüber hinaus für den Ort. Hier einfach einmal ein herzlicher Dank an ihn!

 

Tatsächlich war es für mich ein Genuss, diese Schau mit einer heute nicht mehr zumutbaren Länge von runden 50 Minuten, komplett zu genießen. Mit einer Musik im Zeitgeist von damals, Frisuren, über die man heute schmunzelt und dem schwäbischen Kommentar von Ruth Mönch und Willy Seiler. Ich meine, ich habe diese Tonbildschau allerhöchstens einmal in meinem Leben vorher gesehen.

 

Inzwischen ist die "Flein-Tonbild-Präsentation", die es nur digital auf einer privaten DVD gab, von Roland Gärtner auch für YouTube übertragen, umgearbeitet, und er hat es "für uns alle" geschafft, sie auf YouTube hochzuladen. Natürlich hat er auch für diesen Schritt um Erlaubnis angefragt, und ich habe dem sehr, sehr gerne zugestimmt ... im Sinne des Wunsches und des damaligen Okays meines Vaters.

 

Heute sind alle Interessierten ... Fleiner und Fleinama, Zugezogene und solche, die Fleiner werden wollen, sowie auch diejenigen, die im Urlaub in Flein übernachten möchten, eingeladen, mehr über Flein vor 50 Jahren zu erfahren. Klicken Sie einfach hier.

 

Eine einzige weitere Show aus dem letzten Jahrtausend, beziehungsweise dem letzten Jahrhundert, nämlich aus den 70er-Jahren, existiert ebenfalls noch in einer digitalisierten Form. Sie ist tatsächlich nur für den engsten Familienkreis überarbeitet - eigentlich ... nur noch für meine Frau Renate und mich. Sie ist von meinem Vater selbst gesprochen, weil die Produktionen für die verschiedensten Reiseziele und die verschiedenen Schiffe, die damals für die IAO - Internationale Apfelfahrten-Organisation gebraucht wurden, günstiger erstellbar sein sollten. Diese Ära repräsentiert heute eine spannende Epoche, für mich waren es die ersten Jahre in unseren "pb-Studios Heilbronn", in der wir viel von der Welt gesehen haben.

 

 

Ab hier geht es nun wieder weiter mit dem Porträt, das kurz nach dem Tod meines Vaters entstand.


 

Das Ende der Vorträge von Peter Bach

Meine "Zusammenarbeit" mit Peter Bach begann bereits lange bevor ich Fotografieren lernte, also lange vor meiner Bundeswehrzeit. Das war, als ich mit meinem Papi auf Fototouren unterwegs war. Ich erinnere mich an Fototrips in den Dolomiten, zum Teil hoch zu Ross, wenn auch Haflinger nicht wirklich hoch sind und an einen gemeinsamen Trip nach Basel, um dort um 4:00 Uhr morgens den Morgestraich zu fotografieren. Die Fotos, besser die Dias, komponierte er später zu einer der letzten kulturellen Shows.  

 

Ich erinnere mich, dass ich in Südtirol nur "mit dabei" war und die Murmeltiere verscheuchte, die er unbedingt fotografieren wollte. In Basel später war ich allerdings bereits fotografisch sehr aktiv.

 

Zwischen beiden Events in einem Abstand von einigen Jahren begleitete ich meinen Papi auf vielen Fahrten zu vielen Vorträgen, die er im Auftrag von Volkshochschulen, Volksbildungswerken und vor allem auch Tageszeitungen hielt. In den Herbstmonaten und im Winter, bei Schneefall, Platzregen und im Nebel begleitete ich ihn zu den Events in der Nähe: Mühlacker, Pforzheim, Bruchsal, Eppingen und einige mehr sind mir in Erinnerung. Die Lampe im Diaprojektor mit dem Föhn kühlen (... das hatte ich weiter oben vergessen) und das korrekte Einrollen des Verlängerungsnetzkabels (... das hatte ich bereits erwähnt) ... das waren meine ersten "Jobs". Warum Föhnen? 

 

Ersteres, weil, wenn man die heiße Projektorlampe bewegt (... um sie separat verpackt zu transportieren), sie sonst dabei zerstört. Zweiteres, damit sich das Kabel in der engen Kabeltrommel nicht verdrehte und beim nächsten Event fast nicht zu verwenden war: Wenn man sie schräg hält, die Kabeltrommel, dann geht das bestens. Aber auch das hatten wir ja schon weiter oben. Alles passierte zu einer Zeit, als wir alle uns in Deutschland noch am exklusiven "Ersten Deutschen Fernsehen" freuten und noch zum Gerät liefen, um lauter oder leiser zu stellen. Zu dieser Zeit waren die Vortrags-Säle immer komplett gefüllt und der Applaus begeisterte Peter Bach und seinen Sohn (... also ... mich).

 

Irgendwann wurde die Wirtschaft auf Peter Bach aufmerksam. Zuerst waren es die RUHR-NACHRICHTEN, die eine solche Show über ihr Unternehmen haben wollten. Es folgten die KIELER NACHRICHTEN und später dann - das lag natürlich nahe, auch die HEILBRONNER STIMME, für die mein Dad eine Show mit dem Ruhrpott-Unikum Adolf Tegtmeier – oder auch Jürgen von Manger – machte. Für "Die Stimme" war es die erste von schließlich vier Schauen in zwei Jahrzehnten und damals hießen sie viele Jahre lang tatsächlich Tonbildschau. In manchem Haus nennt man unsere Digitalshows inzwischen übrigens heute noch so.

 

Große Namen folgten als Auftraggeber, zum Beispiel die BITBURGER BRAUEREI die KARLSBERG-BRAUEREI, VOLKSWAGEN, KRUPP und schließlich viele Tageszeitungen und die DEUTSCHE PRESSEAGENTUR. In der GEMEINDE FLEIN erinnern sich viele Fleiner und auch Fleinama – das sind die "Eingeborenen", also die Nachbarn, die geboren wurden, als die Eltern in Flein wohnten – an seine Tonbildschau über Flein. Eine Stunde war sie lang und informierte sowohl zum Thema "Fleiner Wein für Queen Elizabeth aus Großbritannien", wie auch über die Wahl der Württembergischen Weinkönigin 1951. Dieses Wissen spiegelt sich heute übrigens im Weinkalender über Flein wider.

 

Ein Highlight war ganz sicher die enge Zusammenarbeit mit einem Kreuzfahrtunternehmen, für das nicht nur einige, sondern viele Schauen entstanden. Kostenfrei mit der Familie Kreuzfahrten machen, dafür Geld zu bekommen und auch noch Lob: Wie könnte das Leben besser sein?! Das war die Zeit mit Bodo-Knut Rall und seinem Unternehmen IAO, genauer INTERNATIONALE APFEL-ORGANISATION. Noch heute ist die IAO im Internet mit ihren legendären Eisenbahnwagons zu finden. Das hätte ich nicht gedacht, denn die Ära mit der IAO endete lange, lange vor dem Beginn des Internet-Zeitalters. 

 

Zunächst fuhren die pb-Studios Heilbronn "zweigleisig" und produzierten solche Shows für die Industrie udn Wirtschaft tagsüber und abends folgten dann die Fahrten zu den Vortragsorten. Doch bald endete diese Zeit, in der mein Papi, Peter Bach sr., kulturell unterwegs war. Die Vorträge nahmen zu viel Energie in Anspruch und ganz ungefährlich war es auch nicht, stundenlang im Dunklen, im Herbst und Winter, auf Landstraßen, zu den Vortrags-Locations zu fahren. Die Zusammenarbeit dehnte sich dementsprechend auf die Herstellung von Shows für Zeitungen, Brauereien und für einzelne weitere Unternehmen aus. Viele Jahrzehnte waren wir – Peter Bach, meine Frau und ich – und sind es noch heute, Marktführer bei der Herstellung solcher Präsentationen für Tageszeitungen im Bundesgebiet. Runde 200 Shows. Natürlich wandelte sich die Technik. Aus Dias wurden elektronische Fotos. Der Diaprojektor musste, wenn auch sehr spät, dem Beamer weichen und die Effekte wurden spannender und spannender. In den letzten 20 Jahren kam schließlich das Video-Angebot innerhalb der Shows als Film-Sequenzen hinzu, während sich mein Dad immer mehr der Akquisition widmete ... und damit einen hervorragenden Job tat.

 

Der Kreis begann sich zu schließen, als er noch zehn  weitere Jahre bei bester Gesundheit lebte, nämlich nachdem Renate und ich uns dem Thema "Johann Sebastian Bach" widmeten und begannen, ebenfalls in kultureller Mission unterwegs zu sein. Zwar nicht mit einem Thema wie "Reisen, Südtirol und Co.", dafür aber auf der "musikalischen Schiene". Und auch nicht in Form von Vorträgen, sondern mit dem Medium der Zeit, dem Internet.

 

Aus meiner Sicht und aus der von Renate können wir sagen, dass mein Vater, Peter Bach, ein sehr gutes Leben gelebt hat. Vielleicht wäre es ohne das eine Jahr im Krieg und ohne die Kriegswirren danach noch besser verlaufen, aber das kann man nicht verlangen. Viel Zeit haben wir gemeinsam verbracht. Auch viele, viele Urlaube. In Jesolo, in Südtirol, in Florida. Und an diese Zeit denken wir gerne zurück. An die Zeit mit Peter Bach ... mit Peter Bach sr.!

 

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