BACH über BACH
BACHüberBACH

Bach-FAQ 116

 

Wilhelm Friedemann Bach, Bachs Sohn ... war Wilhelm Friedemann Bach wirklich das Schwarze Schaf in der Musikerfamilie?

 

Also ... war er das „Schwarze Schaf“ der Familie Bach? Nein, nein, nein! Wilhelm Friedemann Bach war eine ehrbare Person.

 

1. Der Roman-Autor Albert Emil Brachvogel machte Wilhelm Friedemann Bach nur schlecht. 2. Wilhelm Friedemann Bach ... das Bild mit „Hut und Pelz“? Das ist er nicht. Sondern – und das ist eindeutig wissenschaftlich geklärt – ein ganz anderer Bach aus der gewaltig großen Musikerfamilie aus Thüringen. Aber ... eben nicht Wilhelm Friedemann Bach.

 

DerFreundeskreis Wilhelm Friedemann Bachin Berlin und im Besonderen Gisela Thielicke sowie das Bach-Portal „Bach über Bach“ und Aryeh Oron mit seinem englischen Bach-Portal Bach-Cantatas-Website ... diese „Handvoll“ an Bach-Begeisterten hat es sich „auf die Fahnen geschrieben“, WFB, wie Insider den ältesten Bachsohn auch nennen, sozusagen zu „rehabilitieren“. Denn: Sowohl dieses eine Bild (... das mit dem Mann mit Hut und Pelz) hält sich hartnäckig. Und auch der Roman von Albert Emil Brachvogel tut das. Diese Erkenntnis – eben, dass der Herr mit Hut und Pelz eben nicht WFB ist und dass das Buch von Albert Emil Brachvogel eben nicht lesenswert ist – dort zu verbreiten, wo es sich ab sofort hoffentlich zukünftig mehr und mehr herumspricht – im Internet, bei Google und auch durch Bach über Bach – das ist der erklärte Weg dieser vier Hobby-Wissenschaftler in Sachen Bach. Und ... deswegen ist das bei unserer Bach-Mission auch die FAQ 116. Eben zu Wilhelm Friedemann Bach. Zu dem Wilhelm Friedemann Bach, der er wirklich gewesen ist. Und zu den Bildern, die ihn zeigen, wie er wirklich damals ausgesehen hat.

Wilhelm Friedemann Bach? Ja, ganz genau, das ist Wilhelm Friedemann Bach. Der „Herr mit Hut und Pelz“, der selbstverständlich hier nicht abgebildet ist: Der ist eben nicht Wilhelm Friedemann Bach ... ist es auch nie gewesen! Und man weiß das auch schon lange! Sehr lange! Aber ... es scheint besonders mühsam, das einfach einmal glasklar und darüber hinaus auch von kompetenter Stelle anzugehen und darzustellen.

 

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1   Wilhelm Friedemann Bach ... Wer war Wilhelm Friedemann Bach? Steckbrief

 

Vater von Wilhelm Friedemann Bach: Johann Sebastian Bach.

 

Mutter von Wilhelm Friedemann Bach: Maria Barbara Bach.

 

Inoffizielles Kürzel unter Bach-Begeisterten: WFB.

 

Anzahl der Geschwister: 19, die aber nie in dieser Anzahl gleichzeitig lebten.

 

Geboren: 22. November 1710.

 

Geburtsort: Bachstadt Weimar.

 

Gestorben: 1. Juli 1784.

 

Sterbeort: Bachstadt Berlin.

 

Alter: 73 Jahre.

 

Beruf: Musiker und Komponist; spät im Leben einer der ersten Selbstständigen in Sachen Musik.

 

Bezeichnung unter Bach-Kennern: Der „Hallesche Bach.

 

Verheiratet: mit Dorothea Elisabeth Georgi.

 

Anzahl der Kinder: drei. Aber nur eine Tochter wurde erwachsen.

 

Arbeitsstellen: 1733 bis 1746 Organist an der Sophienkirche in Dresden. 1746 bis 1764 Musikdirektor und Organist an der Marienkirche in Halle, Saale. 1763 wurde er zum Hessisch-Darmstädter Kapellmeister ernannt. Er trat allerdings diese Stelle nach dem Ende seiner Anstellung in Halle nicht an.

 

Besonderheiten zu seinem Leben und der Zeit danach: Der Buchautor Albert Emil Brachvogel zeichnet ein ausgesprochen negatives Bild von Wilhelm Friedemann Bach und bezieht sich dabei ausschließlich auf seine eigene Fantasie. Es ist das einzige Buch in dieser Bach-Mission, von dessen Kauf wir Ihnen tatsächlich nachdrücklich abraten. Es gibt auch einen Film über das Leben von Wilhelm Friedemann Bach mit Gustaf Gründgens. Auch der basiert – beinahe natürlich – auf dem Schund von Brachvogel.

Dieser Herr auf der Tafel in zartem Grün – Sie sahen ihn ja oben bereits – ist Wilhelm Friedemann Bach. So hat der nämlich tatsächlich ausgesehen. Diese Erinnerung in Form einer Gedenktafel wurde von Gisela Thielicke initiiert. Sie war im Freundeskreis Wilhelm Friedemann Bach die „treibende Kraft“ und setzte sich seit vielen, vielen Jahren dafür ein, dass sich das Bild von WFB endlich wieder verändert. Und das schließlich hin zum Guten. Die Gedenktafel hängt seit 2012 genau dort, wo der Musiker und Komponist 1774 und 1775 in Berlin gewohnt hat. Diese Gedenktafel findet man übrigens in Berlin-Mitte. Und zwar am Hausvogteiplatz an der Ecke Oberwallstraße. © Info. 

 

 


2   Hinweise zum Wilhelm-Friedemann-Bach-Steckbrief

 

Der Lebenslauf von Wilhelm Friedemann Bach, zu einem „Steckbrief“ verkürzt: Eine kurze Erklärung zum Terminus für den „Rest von uns“. Das oben war solch ein „Steckbrief“. So nennen das nämlich ganz junge Menschen heute, wenn sie Fakten über einen berühmten Menschen – derzeit heißen die ja Promis – suchen. Der Steckbrief von Johann Sebastian Bach, der Steckbrief von Anna Magdalena Bach und eben so weiter und so fort. Der Steckbrief – eben der zu Wilhelm Friedemann Bach – ihn gibt's nun hier und jetzt. Und unter dem nächsten Bild. Der WFB-Steckbrief, und zwar auf den Punkt. Übrigens: In den USA gibt's das gleiche Ergebnis nicht etwa unter dem übersetzten englischen Begriff „Warrant“. Dort sind es nämlich die „Facts“, nach denen Schüler suchen, um Information in aller Kürze im Internet zu bekommen.

Auch das ist Wilhelm Friedemann Bach ... auf einer Stele in Berlin zu seinen Ehren. Sie findet man in einer der Berliner Grünanlagen. Ebenfalls in Berlin-Mitte und dort an der Ecke Alte Jakobstraße und Sebastianstraße. Auch oben im Bild ist Wilhelm Friedemann Bach „richtig“, eben authentisch, abgebildet. Und das seit 2002. Zwei weitere Personen werden mit dieser Stele geehrt und man erinnert an die Luisenstadt-Kirche in Berlin, die früher zwei ganz andere Namen hatte. © Info.

 

Aus heutiger Sicht ist es die erste Ehrung für Wilhelm Friedemann Bach ... die in Weimar. Hier stand das Haus, in dem WFB als erster Sohn und als zweites Kind der Bachs aus Eisenach geboren wurde. Unten kann man auf zwei Bildern erkennen, wie früher aussah, was heute ein ummauerter Parkplatz ist. Und Sie sehen dann darunter auch noch das „Big Picture“ mit dem Johann-Sebastian-Bach-Denkmal, wie man es heute beinahe übersieht, wenn man nicht danach sucht.

 

Tatsächlich sieht man auf dieser alten Postkarte mit dem Lucas-Cranach-Haus links noch das Geburtshaus von Wilhelm Friedemann Bach und Carl Philipp Emanuel Bach. Genau hinter dem Brunnen erkennt man hervorragend auch das Hotel Elephant. Hier, im Haus unter dem Pfeil, ist also WFB geboren. Wer Weimar kennt, findet dieses Bild ganz sicherlich besonders spannend. Wer Weimar nicht kennt, der eben nicht. Aber wer bald nach Weimar reist, und zwar auf den Spuren der drei Könner Johann Sebastian Bach, Carl Philipp Emanuel Bach und schließlich und für uns hier am wichtigsten – Wilhelm Friedemann Bach – der sollte sich dieses kleine historische Bild ausdrucken und einfach mitnehmen.

 

Dazu ein historisches „Bonus-Foto“, weil wir zwei gefunden haben. Als wir in unserem Archiv nach einem suchten. Sehen Sie das kleine Vordach an einem der Häuser rechts? Das ist es. In der Mitte, im Hintergrund, sieht man das Rote Schloss.

 

Weimar ist „so satt“ an Kultur, dass da so überhaupt kein Interesse besteht, immerhin drei Musiker von Weltklasse mit einem Museum oder einer ähnlichen Stätte zu ehren. Drei? Aber klar doch: Zunächst Johann Sebastian Bach, dann später Wilhelm Friedemann Bach. Und schließlich auch der dritte berühmte Musiker der Familie: Carl Philipp Emanuel Bach, zweiter berühmter Sohn von Johann Sebastian mit Maria Barbara. Nun ja, vielleicht waren die Bachs einfach nicht lange genug in Weimar für eine Erinnerungsstätte, das die Weltklasse dieser Musiker und dieser Musikerfamilie widerspiegelt. Es waren janurneun Jahre. Der Pfeil deutet auf die Mauer des einstigen Hauses, in denen die Bachs damals lebten (... ein Bild weiter oben ist ja der Hinweis an eben dieser Mauer). Das Denkmal für Johann Sebastian (... auf diesem Bild) ist so winzig, dass es hinter einem der Bäume „verschwunden“ ist. Dafür gibt's aber die nächste Aufnahme weiter unten.

 

Wenigstens ist das Johann-Sebastian-Bach-Denkmal nicht in Gartenzwerg-Größe und niemand muss sich bücken, um Bach zu bewundern. Ein Gutes hat die überschaubare Größe: Man kann dem Könner wunderbar die Spinnweben aus dem Gesicht wischen ... also vor dem Fotografieren. Die Bäche wohnten übrigens damals genau gegenüber dem Roten Schloss und 250 Schritte entfernt vom Rathaus.

 

Wenn man denn fotografieren gelernt hat, dann kann man auch von ganz putzigen, winzigen Denkmälerchen spannende und beeindruckende „Wertschätzungen“ fotografieren. Man muss einfach ein wenig näher herantreten, ihn huldigend von unten nach oben ablichten und wie bereits erwähnt, die Spinnweben vorher aus dem Gesicht wischen. Dann klappt's auch mit J.S. Bach.

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... und nochmals der Papi von Wilhelm Friedemann Bach. Das muss aber dann reichen! Doch jetzt schnell zurück ... eben zu Wilhelm Friedemann Bach. Denn sein Vater spielt auf dieser Seite dieser Homepage ja nur die „zweite Geige“.

 

 


3   Die Wilhelm-Friedemann-Bach-Kurzbiografie: Wer also war denn nun Wilhelm Friedemann Bach wirklich?

 

Es war im Jahr 1710, als Wilhelm Friedemann Bach als zweites Kind von Johann Sebastian Bach und dessen erster Ehefrau Maria Barbara Bach in Weimar geboren wurde. Und zwar war es der 22. November 1710. Er war der erste von sechs musikalischen Söhnen von Johann Sebastian Bach. Zwei davon brachten es zu ihrer Zeit sogar zu mehr Anerkennung und Berühmtheit, als es der Superstar der Familie Bach – Johann Sebastian Bach – in seiner Zeit. Tatsächlich ist Wilhelm Friedemann Bach ganz genau im Haus gegenüber des heutigen Roten Schlosses in Weimar geboren, beinahe im Nachbarhaus des noch heute existierenden „Hotel Elephant“ in der Stadtmitte der Kultur-Metropole. Ganz selbstverständlich erhielt Wilhelm Friedemann den ersten Musik-Unterricht vom berühmten Vater. Mit sieben Jahren zog er mit der Familie Bach nach Köthen um.

 

In Köthen besuchte Wilhelm Friedemann die Lateinschule. Im Alter von 13 ging er schließlich auf die Thomasschule in Leipzig, als die Bachs abermals umgezogen waren. Es ist bekannt, dass er im Alter von 17 Jahren Violinen-Unterricht von Johann Gottlieb Graun bekam. Und dass er weitere zwei Jahre später, nämlich 1729, Jura, Philosophie und Mathematik studierte. Mit 22 Jahren wurde er zunächst Organist an der Sophienkirche in Dresden. Im April 1746 dann – im Alter von 35 – wurde er der Musikdirektor und Organist der Marienkirche in Halle an der Saale. Und dort leitete er auch den Schulchor und den Stadtchor. Deswegen nennt man ihn den „Halleschen Bach“.

 

1764 gab er – nun im Alter von 53 – das Amt in Halle auf. Ab diesem Tag führte er das Leben eines freischaffenden Musikers. Er war einer der ersten in dieser damals noch ungewohnten Form der Beschäftigung überhaupt, aber eben besonders im Bereich der Musik. Diese Zeit, bis zu seinem Tod im Jahre 1784, also mit 73 Jahren, musste runde 230 Jahre nach seinem Ableben vollkommen neu bewertet werden. Lesen Sie viel mehr darüber weiter unten. Berühmt war Wilhelm Friedemann Bach durch seine Improvisationen als Organist und als Klavierspieler. Wie auch manches Musikstück von Johann Sebastian Bach, galten viele Werke von Wilhelm Friedemann lange Zeit als verschollen. In Kiew fand man schließlich viele davon in den Beständen des Archivs der Singakademie Berlin. Zu verdanken hat die Welt diesen Fund dem Bach-Kenner, Bach-Autoren und Bach-Wissenschaftler Professor Christoph Wolff. 2010 veröffentlichte das Leipziger Bach-Archiv eine Gesamt-Dokumentation in 11 Bänden.

 

Wilhelm Friedemann Bach heiratete 1751. Und zwar Dorothea Elisabeth Georgi. Beide bekamen drei Kinder, von denen zwei sehr früh starben. Nur Friederica Sophia Bach wurde erwachsen. Wilhelm Friedemann Bach starb im Jahr 1784 und sinngemäß lautete ein Nachruf im „Magazin der Musik“: „Deutschland hat seinen ersten (... besten) Orgelspieler verloren und damit die Welt einen Mann, der als Musiker unersetzlich ist." Interessant dabei ist, dass man allerdings heute Johann Sebastian Bach, den Vater von Wilhelm Friedemann Bach, als den besten Orgelspieler aller Zeiten bezeichnet.

Wilhelm Friedemann Bach? Ja, ganz genau. Wilhelm Friedemann Bach. Aber wo sind der Hut und der Pelzkragen und außerdem: auch der schicke Handschuh? Wir bitten um Nachsicht: nicht auf dieser Seite meiner Homepage! Und auch nicht auf der ganzen Homepage. Diese Seite über Wilhelm Friedemann Bach – auf der Sie gerade lesen – hat nämlich ganz genau zwei Ziele. Zunächst will ich Sie natürlich über diesen Musik-Könner informieren. Und das ganz vorne bei Google (... vielleicht in der Zukunft). Aber ... ich will zudem auch zwei Dinge klarstellen: Wilhelm Friedemann Bach sah so nie aus, wie er noch (... es ist das Jahr 2016) bei Google so oft abgebildet ist. Nämlich genau 31-mal mit schwarzem Hut, Pelzkragen und einem Handschuh im Pfötchen. Und – überdies – Wilhelm Friedemann Bach war auch nie gewesen, wie Albert Emil Brachvogel ihn schon vor langer Zeit beschrieb. Runde 20 Jahren lang bemühte sich der „Freundeskreis Wilhelm Friedemann Bach“ um diese drei Bereiche.

 

 


4   Die Wilhelm-Friedemann-Bach-Biografie ... aktuell, fair und vor allem: richtig!

 

Herr Dr. Ulrich Kahmann. Auf einem ganz anderen Weg wie die Bemühungen von Gisela Thielicke und die unserer Bach-Mission, rehabilitiert dieser Buch-Autor den ersten der Bachsöhne, nämlich Wilhelm Friedemann Bach. Und zwar mit seiner Biografie über den Musiker. Eine herzliche Korrespondenz mit diesem Spezialisten zum Thema WFB und seiner Hilfestellung in verschiedener Form lässt mich, den Autoren dieser, meiner Homepage, ihn, den Buch-Autoren Dr. Kahmann ganz genau hier platzieren. Ist das nicht Schleichwerbung? Richtig, Achtung, Werbung. Es ist auch Werbung für sein Buch und der „Bach 4 You“​-Verlag verdient ein paar Cent, wenn Sie dieses Buch dort kaufen. Werbung Ende.

 

Kahmann ist der perfekte Autor zum Thema. Und fast nirgendwo sonst können Sie sich besser und ausführlicher zum Thema „Wilhelm Friedemann – Wie er wirklich war“ informieren. So lautet übrigens nicht der Untertitel seines Buches. Es ist hier also keine Schleichwerbung ... sondern richtige Werbung. Für sein Buch. Für ein gemeinsames Thema. Zu Ihrer Orientierung. Und jetzt kommt der ultimative Service: zu Kahmanns Buch über Wilhelm Friedemann kommen Sie direkt hier über den Link. Und wenn Sie das Top-Werk direkt im Aisthesis-Verlag bestellen, dann freut sich das Team rund um Verlag und Autor am meisten. Ach ja, Sie wollten den richtigen Titel doch schon noch gerne erfahren? Hier ist er: „Wilhelm Friedemann Bach – Der unterschätzte Sohn“.

So sieht also der Autor aus. VonWilhelm Friedemann Bach – Der unterschätzte Sohn: Dr. Ulrich Kahmann. Erschienen ist sein Buch 2010 im Aisthesis-Verlag. Das ist unsere ultimative Empfehlung, wenn Sie den ersten Sohn unter den vier komponierenden Bach-Kindern – der, wie auch zwei weitere Geschwister, in Weimar zur Welt kam – noch viel näher kennenlernen wollen. Natürlich dann mit dem korrekten Bild auf seinem Buchtitel, nicht dem „Weitsch-Bild“, von dem man sich weltweit scheinbar so schwer lösen kann. Und natürlich schreibt Kahmann in einem Deutsch, das man eben heute spricht und nicht im Pendant von 1913, als Martin Falck die gemeinsame Mission WFB vor rund 100 Jahren begann. © Dr. Ulrich Kahmann.

 

 


In unserem Bunde der Vierte

 

Sechs Musikersöhne gab es unter den Kindern des Johann Sebastian Bach. Einer von ihnen gilt heute als das Enfant terrible der sechs. Unter den vier bekannten und den zwei berühmten Bachsöhne. Dem Aisthesis-Verlag und Dr. Ulrich Kahmann haben wir es zu verdanken, dass Sie sich heute in einem spannenden und vor allem auch jungen Werk – im Deutsch, das man heute spricht – über Wilhelm Friedemann Bach informieren können. Erschienen ist Dr. Kahmanns Werk im erwähnten Aisthesis-Verlag vor ganz kurzer Zeit ... gemessen am ultralangen Zeitraum seit Wilhelm Friedemanns Geburt. Damit ist dieses Buch so frisch, dass man beinahe noch die Druckfarbe riechen kann.

 

Warum Dr. Kahmann einen so prominenten Platz auf dieser, unserer Seite über den ältesten der Bachsöhne erhält? Nun, das kommt, weil er am Anfang – also in der ersten Variante dieser Seite – überhaupt nicht erwähnt worden war. Doch Gisela Thielicke (... ich stelle ihre beeindruckende Lebensleistung in Sachen „Wilhelm Friedemann Bach“ weiter unten vor) schrieb mir – als sie unser gemeinsames Projekt auf dieser Seite durchlas – dass ich das Buch von Dr. Kahmann und dessen gewaltiger Leistung unbedingt ( ! ) auch erwähnen sollte. Was ich eben noch nicht getan hatte. Das wollte ich dann selbstverständlich tun. Weil mich Herr Dr. Kahmann in Sachen „Wilhelm Friedemann Bach“ so herzlich, prompt und fix unterstütze, kam mir der Gedanke, dass ja auch er mit seiner Publikation ganz entscheidend ein weiterer Mitstreiter – und das noch vor mir – zur Wahrheit rund um den ältesten der Bachsöhne ist. Nun sind wir also zu viert: Gisela Thielicke, Dr. Kahmann und eben wir zwei Bachs mit der gemeinsamen „Bach-Mission“. Und ... natürlich war Dr. Kahmann auf Wilhelm Friedemanns Seite, lange bevor wir – der Autor dieser Seite und meine Frau – schließlich im Jahre 2016 folgten. Nur Gisela Thielicke ... sie war sogar noch früher dabei.

Mit folgendem Text stellt der Verlag das Werk von Dr. Ulrich Kahmann vor (... zugegeben, der Text ist ein wenig heftig von mir redigiert; Anmerkung Peter Bach jr.): Von den sechs musikalischen Söhnen gilt der erstgeborene Sohn Bachs schon seit langer Zeit als das „Enfant terrible“: Wilhelm Friedemann Bach. Schon zu Zeiten Johann Sebastian Bachs stand er als Komponist zudem zusätzlich noch im Schatten seines jüngeren Bruders Carl Philipp Emanuel Bach. Berühmt wurde er aber leider über den unmusikalischen und unwahren Bericht über sein Leben. 1858 machte ihn Albert Emil Brachvogel bekannt und stilisierte ihn zum Vagabunden. In einem Roman. Der Schriftsteller Carl Hermann Bitter vollendete schließlich den nachteiligen Ruf von Wilhelm Friedemann Bach – genau zehn Jahre später – als er ihn um eine weitere Stufe herabsetzte: Er machte ihn zum „missratenen“ Sohn des begnadeten Johann Sebastian Bach. Und so hängt ihm bis heute der Ruf eines gescheiterten Genies an. Eines Genies zwar, das aber den Kampf gegen den Alkohol schließlich in einer Umnebelung verlor und vollkommen verarmt als einer der ersten selbständigen Musiker verstarb. 

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700 Biografien über JSB ... aber nur eine Handvoll über Wilhelm Friedemann Bach

 

Ja, ich hätte da selber drauf kommen können und zusätzlich eine Liste an Publikationen zum Thema Wilhelm Friedemann Bach anbieten können. Bin ich aber nicht. Und Dr. Kahmann sei Dank: Er hat nicht nur daran erinnert. Er hat eine Liste auch gleich beigefügt. Ein wenig habe ich sie nach Publikations-Datum geordnet und wie gut, es gibt nicht Biografie nach Biografie. So wie das beim Papa von Wilhelm Friedemann war.

 

Leider, leider beginnt damit die Liste eben mit dem „Werk“ von Albert Emil Brachvogel. Aber er bekommt hier keinen Link. Natürlich nicht. Es war im Jahr 1858, als er sich seinen „Quark“ zum ältesten der Bachsöhne ausdachte. Carl Hermann Bitter setzte Brachvogels Feldzug gegen den armen Bachsohn fort und das geschah genau zehn Jahre später, nämlich 1868. Auch er bekommt von uns dafür keinen Link. Dafür nicht. Heinrich Bellermann war der dritte in diesem 19. Jahrhundert, nämlich weitere sieben Jahre später – 1875 – der sich über den ältesten der vier Komponisten, die die Familientradition im Hause Bach fortsetzten, ausließ. Ob das nun in der Tradition der beiden oben genannten Autoren ebenfalls negativ ausfiel ... oder ob er der erste der „Wiedergutmacher“ (... heißt das denn so?) war, das will ich bald klären – falls ich da wieder Zeit zum Lesen finde – und dann hier erwähnen.

 

Über ein dreiviertel Jahrhundert hatte dann der Roman von Brachvogel „Ruhe“, seinen Content gleichmäßig über die an Bach interessierte Welt zu verbreiten. Denn auch wenn Bellermann bereits begann – was wir noch nicht wissen – das Leben von WFB korrekt aufzubereiten ... die Popularität erreichte er im Verhältnis zum Roman von Albert Emil Brachvogel keinesfalls.

 

1953 schrieb Wilibald Gurlitt über Wilhelm Friedemann. 1964 schloss sich Hans Franck mit seinem – wenn auch wenig bekannten, aber erfreulich vorurteilsfreien – Titel „Friedemann“ der Mission an. Und Percy M. Young widmete ihm das Kapitel 9 in seinem Werk „Die Bachs“ im Jahre 1978. 1990 folgte Friedrich Wilhelm Bautz und im 3. Jahrtausend gelang endlich ein kreativer Titel zum Thema. Michael Heinemann addierte zu seiner Biografie über Wilhelm Friedemann nämlich den Zusatz „Der streitbare Sohn“. 2005 war das damals.

 

David Schulenburg ließ sich als nächster über den Musiker aus Weimar aus. Als vorletzter Autor schließlich brachte sich 2010 Dr. Ulrich Kahmann ein. Er addierte „Der unterschätze Sohn“ zum Namen unseres Helden ... sein Buch empfehlen wir Ihnen wir, das sind Frau Thielicke, meine Frau und ich übrigens ganz besonders. Im selben Jahr publizierte er auch „Ein falsches Bild von Wilhelm Friedemann Bach“ in der Tonkunst. Die Tonkunst ist ein Magazin zum Thema „Klassische Musik“.

 

Finaler Autor zum Thema ist schließlich Daniel Hensel. Damit ist sein Werk das jüngste zu WFB. Zur Biografie von Dr. Kahmann ist es übrigens ganz genau die passende Ergänzung. Denn während der sich eher mit dem Leben und dem Wirken des ersten Bachsohnes auseinandersetzt – und weniger ins musikalische Detail geht – tut Daniel Hensel ganz genau dies und liefert mit seinem Text wichtige neue Einsichten. In die Kompositionen von Wilhelm Friedemann Bach.

 

Genau zum 300. Geburtstag des Komponisten und Musikers Wilhelm Friedemann Bach im Jahre 2010 widerspricht also eine biografische Studie – nämlich genau das Buch von Dr. Kahmann – diesem Bild, das wir von Wilhelm Friedemann durch Brachvogel und Bitter haben: Wilhelm Friedemann Bach war ein getriebener Mann. Der hatte nicht nur riesige Probleme im gewaltigen Schatten eines der berühmtesten Musiker aller Zeiten. Sondern der sich dazu auch noch der Herausforderung gegenüber sah, den richtigen musikalischen Platz in der damaligen Übergangszeit vom späten Barock zur damals modernen Klassik zu finden.

 

Die Biografie über Wilhelm Friedemann Bach von Dr. Kahmann ist wahrscheinlich die vierte, die nach dem Werk von Martin Falck entstand. Der hatte mit seiner Biografie über den „Hallenser Bach“ den Grundstein für die faire und richtige Einordnung W. F. Bachs begonnen. 100 Jahre nach dem ersten Ansatz 1913 folgt also auch 2010 eine spannende Richtigstellung.

 

Dr. phil. Ulrich Kahmann ist freischaffender Autor und hat sich spezialisiert. Sein Fachgebiet sind Musikerporträts, die er vor allem für den Hörfunk produziert. Dr. Kahmann lebt in Herford. Er unterrichtete, unter anderem, an der Universität in Klagenfurt sowie am Musikwissenschaftlichen Seminar der Universität Paderborn. Soweit also die Beschreibung zum Werk und zur Person. Hier nochmals der Link zum Buch: „Wilhelm Friedemann Bach – Der unterschätze Sohn“ von Dr. Ulrich Kahmann, erschienen im Aisthesis-Verlag.

Der Freundeskreis Wilhelm Friedemann Bach, das war zuallererst und das beinahe zwei Jahrzehnte lang, Gisela Thielicke in Berlin. Auch ihrer Energie, ihrem Einsatz und ihrer unermüdlichen Arbeit verdankt der Musiker Wilhelm Friedemann Bach heute endlich seine verdiente Rehabilitation. Und das weltweit. Leider hatten wir nur eine relativ kurze gemeinsame Zeit „in Sachen Bach“. Gisela ist viel zu früh verstorben.

 

Ehre, wem Ehre gebührt. Ohne Gisela Thielicke aus Berlin würden das sogenannte Weitsch-Bild (... Mann mit Hut und Pelz und Handschuh) und der „Müll von A. E. Brachvogel“ noch im dritten Jahrtausend Unsinn an unsere Kinder und Kindeskinder vermitteln. Die Forscherin, wir von „Bach über Bach“ und der Autor Ulrich Kahmann wollen versuchen, ob wir das nicht ändern können. Es lebe Wilhelm Friedemann Bach. 

 

 


Die Biografie über Wilhelm Friedemann Bach ... aber bitte nicht von Brachvogel

Die Rezension von mehreren Bach-Begeisterten und auch von seriösen Forschern und Hobbyforschern zum Buch von Brachvogel? Müll, Müll, Müll³. Hätten Sie das gerne aus wissenschaftlicher Feder und ganz ohne Flachs? Dann lesen Sie gerne das nächste Kapitel.

 

 


Wilhelm Friedemann Bach: Die Neubewertung der Persönlichkeit

 

Aus der Musikzeitschrift Der neue Merker, verfasst von Musik-Kritiker Helmut Batliner, Wien, 2. April 1998. Hier die Abschrift aus dem Mitteilungsblatt Nummer 2 des Freundeskreises Wilhelm Friedemann Bach, Berlin vom November 2010:

 

Im Jahr 1858 wurde der älteste Sohn Johann Sebastians zum „Romanhelden“. Von Albert Emil Brachvogel erschien das Buch „Friedemann Bach“, dessen viele Auflagen bis zum heutigen Tage gelesen werden. Sein Inhalt war 1931 Grundlage für eine Oper von Paul Graener (1872-1944). In den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts war es auch Basis für einen UFA-Film mit Gustaf Gründgens in der Titelrolle.

 

Buch, Oper und Film haben dazu beigetragen, das Persönlichkeitsbild dieses außergewöhnlich begabten Musikers völlig zu verzeichnen. Brachvogels Widmung der 2. Auflage von 1859 lautete: Seiner Königlichen Hoheit Carl Alexander, Großherzog von Sachsen-Weimar-Eisenach und Ihrer Königlichen Hoheit, Sophie, Großherzogin von Sachsen-Weimar-Eisenach, geb. Prinzessin der Niederlande, den erhabenen Freunden der Kunst in tiefster Ehrfurcht gewidmet vom „Verfasser“, und ein so „hohen Persönlichkeiten“ gewidmetes Buch kann doch gar nicht schlecht sein. Aber dieser Schreiber war nur darauf aus, Johann Sebastians geliebtesten als den missratenen Sohn darzustellen, was ihm auch gelang. Friedemann war nicht der Lump, der Kompositionen des Vaters als eigene ausgab, er war nicht der geschilderte Bürgerschreck, der haltlose Herumtreiber oder der Quartalstrinker. Kein einziges Wort von den Liebesaffären am Dresdner Hof ist wahr.

Na klar, wenn sich ein erster Autor richtigen Müll ausdenkt, warum sollte sich der nächste dann noch Gedanken machen?! Wie das Buch, also auch die Oper und natürlich ... später auch der Film.

 

Wir haben es uns nicht leicht gemacht. Zeigen wir den „Herrn“ ... oben ... oder zeigen wir „diesen Herrn“ auf dieser Seite nicht? Verdient hat er es definitiv nicht. Aber: Vielleicht hilft uns Google, dass mehr und mehr Menschen hier ( ! ) über Albert Emil Brachvogel lesen, den Sie auch gerne A. E. Brachvogel nennen „dürfen“. Er war praktisch der Roland Emmerich seiner Zeit. Nur eben eine negative Variante. An Außerirdische dachte man damals aber noch nicht. Also ein letztes Mal: Ihm verdanken Sie diese Seite! Albert Emil Brachvogel. Sein Buch bitte nicht kaufen! Übrigens: Emmerich ist cool und nett.

 

 

Weiter damit, was wir heute Gegendarstellung nennen würden (... Anmerkung der Redaktion):

 

Folgendes Zitat möge die Erfindungsgabe dieses Herrn beleuchten, in dem ein Offizier mit Vater Bach zur Festung Königstein gefahren sein soll, um Friedemann, der wegen einer Affäre mit der Gräfin Kolowrat eingesperrt war, in die Freiheit abzuholen: „Dass er auf dem Königstein sitze, ist gewiss, der Kutscher hat mir's bestimmt erzählt, dass er ihn hingefahren hat“. In demselben Augenblick hörte man entfernte Stimmen und das Geklirr von Waffen. „Mein Sohn, mein Sohn! ... Friedemann!“ Ein Gebrüll, ein kreischender Laut antwortete ihm, und aus dem Kreis der Soldaten stürzte der Sohn auf den Vater zu. „Hi-hi! So lustig im Mondenschein? – Hahahahaha!“ Sebastian hatte seinen Sohn wieder, aber er war wahnsinnig!

 

Die Unterschrift von Wilhelm Friedemann Bach.

 

 

Im zweiten Band wurde Friedemann dank liebevoller Pflege durch Verwandte angeblich wieder gesund. Und man fragt sich beim Lesen des Buches, wer wahnsinnig war. Wenn Brachvogel gewissenhafte Vorstudien zu dieser Persönlichkeit unternommen und nicht nur haltlose Einfälle niedergeschrieben hätte, wäre ein wahrhaftigeres Bild daraus entstanden. Die Stellen, in denen Vater Bach Konzerte vor König und Adel zu geben hatte, zeigen Einfühlungsvermögen und überzeugen. Er ließ den Vater aber auch sagen, dass Friedemann „... es nie schaffen würde!“

 

Was sollte er „schaffen?“ Friedemann war musikalisch zu gut ausgebildet und erkannte selbst, wie riesengroß der künstlerische Schatten des Vaters war. Er wusste auch, dass er nicht „darüber hinweg“ könne und hatte andere, vielleicht auch neue Wege zu gehen. Die erhabenen Freunde der Kunst" und alle Leser seit nun 140 (... inzwischen 160; Anmerkung der Redaktion) Jahren werden echauffiert und sehr verwundert gewesen sein, von einer so verschrobenen Künstler-Existenz zu lesen. In seiner hemmungslosen und unverantwortlichen Schreibwut hat dieser Mann (... Brachvogel) nichts an der sogenannten Biografie verdichtet, sondern alles verdichtet. Diese Behauptung darf auch stehenbleiben, wenn man nicht nur weiß, dass Friedemann nicht Lump, Bürgerschreck und Säufer, sondern auch ein beispielhafter Bürger, ein ordnungsliebender Kirchenbeamter und Antialkoholiker gewesen war. Aber dazwischen liegen Welten zwischen Tatsachen und Emotionen.

 

Drei Bilder ... dann geht es weiter (Anmerkung der Redaktion).

Werbung Anfang. Runde 100 Jahre ist es her, dass einer über Wilhelm Friedemann Bach schrieb, der auch etwas davon verstand: Doktor ( ! ) Martin Falck. Man kann dieses Büchlein noch heute neu kaufen. Bei Bach 4 You. Zum Beispiel. Werbung Ende.

 

Wilhelm Friedemann Bach, etwas jünger ( ... © ein ganz herzlicher Dank an den Direktor im Bachhaus in Eisenach, dafür, dass wir dieses Bild hier zeigen dürfen). © Dr. Jörg Hansen.

 

... und Wilhelm Friedemann Bach noch einmal, wie schon weiter oben, etwas älter. © Hier auch mein Dank an die Stiftung Stadtmuseum Berlin. Sie stellte mir dieses hervorragende Bild zur Erinnerung an den Komponisten und Musiker ins Internet. 

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Die oben aufgeführten Unterschiede hat 1913 Martin Falck in einer Dissertation wissenschaftlich herausgearbeitet. Dazu hat er den bis dahin bekannten Kompositionen Friedemanns Werknummern gegeben (... Sinfonia F-Dur, Falck 67, „Dissonanten-Sinfonie“). Die Doktorarbeit beweist, dass Brachvogels Buch in allem, was Friedemann betrifft, von Anfang bis Ende eine Fälschung ist. Dr. Falck erlebte die 2. Auflage seiner – aus der Dissertation hervorgegangenen – Monografie 1919 nicht mehr, da er im 1. Weltkrieg fiel (... eine 3. Auflage erschien 1956 bei Verlag Kahnt, Lindau). Sein Werk steht absichtlich in strengstem Gegensatz zu Brachvogels Buch und lässt nur einwandfrei Dokumentarisches gelten.

 

Mithilfe Falks grundlegenden Arbeit und eigenen Studien entwarf Hans Franck eine Biografie mit dem Titel „Friedemann“ (... erschienen 1964 im Kreuz-Verlag, Stuttgart, in Antiquariaten zu finden). In ihr ließ er Leben und Schaffen des Bach-Sohnes durch wahrhaftes Mitfühlenkönnen neu entstehen: Franck agierte nicht als „Erfinder“. Er agierte als Finder. Er deutete nichts hinein. Sondern er war bemüht, „Aus-deuter“ zu sein.

 

Friedemann Bach beherrschte den barocken Stil wie kaum ein anderer. Er war aber ebenso begeistert von neuen Klängen; seine musikalische Überlegenheit ließ ihn oft zwischen Neuem und Altem hin- und herwechseln. Das irritierte damals Zeitgenossen. Sie bewunderten wohl sein Cembalo- und Orgelspiel, vor allem aber waren sie begeistert von seiner Improvisationskunst. Dem klangschöpferischen Schaffen standen sie meist ratlos gegenüber.

 

In den Berlinischen Nachrichten konnte man 1774, über ein Konzert von ihm lesen. Alles, was die Empfindung berauscht ... Neuheit der Gedanken, frappante Ausweichungen, dissonierende Sätze ... boten das Bild eines überlegenen Könners. Eine Übergangsphase, in der Geschmack und Anforderungen sich rasch änderten, ließen auch das Cembalo mit seinen begrenzten Ausdrucksmöglichkeiten dem Klavier weichen. Sein Freiheitsdrang war so groß, dass er sich – wie später Ludwig van Beethoven – befohlenen Konzertauftritten verweigerte. Und das im 18. Jahrhundert. Auch sein Selbstbewusstsein – er war der Zeit voraus – ließ ihn zum ersten freischaffenden Künstler in einer alles „vernetzten“ Zeit werden. Dieses „Berufsbild“ gab es damals nicht. Es machte ihn in den Augen der Zeitgenossen zum eigenwilligen, mürrischen Sohn des großen Bach-Vaters, der aber selbst allmählich in Vergessenheit geriet.

 

Es geht immer noch weiter, unter dem Clavier-Büchlein vor Wilhelm Friedemann Bach von dessen Vater Johann Sebastian Bach, eben weiter unten (... Anmerkung der Redaktion).

Na klar: Das darf doch auf einer solchen Seite wie dieser nicht fehlen: dasClavier-Büchlein vor Wilhelm Friedemann Bach. Von Papa. Zum Lernen. Zum Üben. Und für diese Homepage-Seite. Runde 300 Jahre später. So weit dachte der Super-Bach also schon damals voraus. Dankeschön, J.S.!

 

 

Eine Kopie von Friedemanns Konzert in F-Dur (... Falck 44) gelangte in die Hände seiner ehemaligen Berliner Schülerin Sara Itzig, verheiratete Levy, die sich als Großtante Felix Mendelssohn Bartholdys erweisen sollte. Vielleicht lagen hier die Wurzeln, die eine Wiederaufführung der vergessenen Matthäus-Passion erst möglich machten.

 

Nach einer Lungenentzündung starb Wilhelm Friedemann Bach 1784 und ließ Frau und Tochter in Armut zurück.

 

Als damaliger Nachruf war in Cramers Magazin der Musik zu lesen: „Deutschland hat an ihm seinen ersten (... damals besten) Orgelspieler und die musikalische Welt überhaupt einen Mann verloren, dessen Verlust unersetzlich ist.“

 

Nur sehr wenige Kompositionen Wilhelm Friedemann Bachs wurden gedruckt. Dafür aber kursierten viele Kopien. So konnte es auch geschehen, dass eine der Kopien (... Suite g-Moll für Cembalo, 2 Violinen, Viola, Cello, Bass) nur die Bezeichnung „Bach“ trug und lange Zeit Johann Sebastian (... BWV 1070) zugeordnet blieb. Was sich mittlerweile als Irrtum herausstellte.

 

Mozarts Studien der Musik von Bach und Händel ergaben auch Bearbeitungen von Fugen aus dem Wohltemperierten Klavier (... für Violine, Viola, Cello), aber auch der 8. Fuge, f-Moll). Es waren der Prinzessin Amalie von Preußen gewidmete acht Fugen für Cembalo. Diesen Bach-Fugen soll Mozart eigene Adagios vorangestellt haben. Das ist aber, da es keine Handschriften davon gibt, nicht gesichert. (... sie klingen aber herrlich!). Die erhaltenen und auf CD erschienenen Werke Friedemanns sind erfüllt mit Reichtum an Fantasie und Empfindungen, mitreißender Ausdruckskraft und lyrischen Gefühlen in den langsamen Sätzen. Er verblüffte aber auch mit kühner Harmonik.

Begraben wurde Wilhelm Friedemann Bach auf dem Friedhof bei der damaligen Sebastianskirche. Später hieß sie Köllnische Vorstadtkirche, ab 1802 schließlich Luisenstadt-Kirche. Er starb absolut verarmt. Und so, wie oben, sah diese Kirche aus, bevor sie das Schicksal vieler historischer Bauten im Zweiten Weltkrieg nach einem der Bombenangriffe teilte.

 

Mit dem Abriss der Ruine der Luisenstadt-Kirche verschwand zunächst dort auch die Erinnerung an Wilhelm Friedemann Bach. Zuvor erinnerte noch eine Plakette an den Musiker.

 

 


Der Freundeskreis Wilhelm Friedemann Bach in Berlin seit 1998

 

Es war Jahr 1998. So weit zurück reichten die Pläne, zu Ehren des Musikers Wilhelm Friedemann Bach, einen Freundeskreis zu gründen. Der sah sein Statut darin, den begnadeten Komponisten und Klavierspieler Wilhelm Friedemann Bach nachhaltig zu rehabilitieren. Dazu wollte man möglichst viele Publizisten erreichen, die das Bild, das einen „Herrn in schwarzem Hut und mit Pelzkragen und Handschuh“ zeigt, aus ihren Werken zu entfernen. Und durch ein authentisches Portrait Wilhelm Friedemanns zu ersetzen.

 

Auch 1998 war dann der Beschluss gefasst worden, einen solchen Freundeskreis zu etablieren. Mit dem noch bis zu ihrem Tod an diesem Ziel interessierten Gisela Thielicke in Berlin, waren die Mitstreiter der ersten Stunde Klaus-Norbert Kremers, Krefeld und runde zehn, später dann 150, weitere Begeisterte.

 

Bereits vor 1998 gab es einen Bürgerverein Luisenstadt e.V., der 1998 die Absicht hatte, am Platz der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Luisenstadt-Kirche einen Gedenkstein errichten zu lassen. Der Pfarrer der Luisenstadt-Kirche zu dieser Zeit war Peter Storck. Und er war es auch, der Gisela Thielicke dazu informierte. Drei Persönlichkeiten waren auf dem damals zugehörigen Friedhof bestattet: Wilhelm Friedemann Bach, Friedrich Nicolai und Karl Gottlieb Suarez/Svarez. Als Bildhauer für diese Erinnerung hatte man Nikolaus Bode begeistern können. Doktor Frank Eberhardt war zu dieser Zeit der langjährige Vorsitzende des Bürgervereins Luisenstadt. Er verstarb 2001. 1999 trug der Freundeskreis die Pläne an das Bach-Archiv heran.

Die historische Erinnerungstafel an Wilhelm Friedemann Bach an der Luisenstadt-Kirche, die es heute nicht mehr gibt.

 

Die komplette Stele von Bildhauer Nikolaus Bode. Weiter oben hatten Sie bereits die runde Plakette mit dem Kopf von WFB entdeckt. Sie steht heute in der Grünanlage, wo sich früher die Luisenstadt-Kirche befand.  Ohne den „Freundeskreis Wilhelm Friedemann Bach“ und auch nicht ohne Gisela Thielicke würde diese Ehrung wohl nie die heutige Publikation mit dieser Homepage-Seite erfahren haben. © Info.

 

 

Ein ganz großer Erfolg, um an den Künstler zu erinnern, der – wenn auch im Schatten seines Vaters – ein hervorragender Musiker und Komponist war, ist auch die Gedenkstele, die an die Luisenstadt-Kirche erinnert ... und an drei Persönlichkeiten: Friedrich Nicolai, Karl Gottlieb Svarez und eben ... an Wilhelm Friedemann Bach.

 

Der „Wilhelm“ in Bachs Namen hatte es allerdings nicht auf die Gedenkstele geschafft. Aber ... wir wollen ja nicht kleinlich sein. Hier sei es explizit erwähnt: Der Bürgerverein Luisenstadt e.V. hat sich in besonderem Maße um diese Erinnerung seinen Dank verdient. Denn er hatte die ganze Initiative ja begonnen. Nochmals die Adresse zur Stele? Gerne. Sie steht in Berlin-Mitte, in der Parkanlage an der Ecke Alte Jakobstraße / Sebastianstraße.

 

Runde 1½ Jahre später fand im März 2001 ein Benefizkonzert in der St. Jacobi-Kirche in Berlin-Kreuzberg statt. Die Musiker waren – passend zum Event – das Friedemann-Bach-Orchester unter der Leitung von Oliver Lüsch.

 

Im Herbst 2001 folgten die Arbeitsbesprechungen zur Herstellung der Gedenkstele. Trotz der Bemühung, richtige Information – gerade beim Thema Wilhelm Friedemann Bach – zu publizieren und damit zu transportieren, scheiterte der Freundeskreis damit, den zweiten wesentlichen Vornamen Bachs darzustellen. Mehr Erfolg war dem Freundeskreis damit vergönnt, dass man sich für das Porträt des Medaillons nach P. Gülle entschied. Und dass die Ausrichtung der Medaille hin zur Kirchenansicht umgesetzt werden konnte.

 

Das neue Denkmal wurde schließlich mit sogar zwei Feierlichkeiten eingeweiht. Genau am 7. September 2002. Zunächst war es die Einweihung der Stele im Parkgelände um 16 Uhr. Selbstverständlich musizierte wieder ... das Wilhelm-Friedemann-Bach-Orchester. Ebenfalls unter der Leitung von Kantor Oliver Lüsch. Ein weiteres Benefizkonzert in der Kirche um 18 Uhr schloss die Feierlichkeiten an diesem Tage ab. Am 7. November gelang es erstmals auch, öffentlich auf den Freundeskreis Wilhelm Friedemann Bach aufmerksam zu machen: anlässlich eines Vortrages in der URANIA in Potsdam. Eine zweite Gelegenheit ergab sich kurz darauf. Nämlich, als Gisela Thielicke Studiogast des ORB in Potsdam war: „Märkische Zwischentöne“ war das Format, die „Wilhelm-Friedemann-Bach-Gesellschaft“ das Thema. Übrigens war der ORB Potsdam damals der Vorläufer des heutigen Senders „rbb“, das heißt Radio Berlin-Brandenburg.

Wilhelm Friedemann Bach. So ... wünschen wir uns seine Verbreitung im Internet. So hat Wilhelm Friedemann Bach nämlich wirklich ausgesehen.

 

Wenn es denn eine Autorität in Sachen Johann Sebastian Bach und damit wohl auch rund um Musikerfamilie Bach gibt, dann ist es Harvard-Professor, Bach-Wissenschaftler, Bach-Kenner und Bach-Autor Professor Christoph Wolff. Mit seinem an Gisela Thielicke vom Freundeskreis Wilhelm Friedemann Bach gerichteten Schreiben aus dem Jahre 2012 bestätigt es von kompetentester Stelle: „Mann + Hut + Pelz + Handschuh“ = „Weitsch-Bild= nicht Wilhelm Friedemann Bach. Deutlicher geht es nicht mehr. Nun bleibt nur noch, diesesWeitsch-Bildein wenigauszurotten. Ganz wird das sicherlich nie gelingen, denn dieses Bild stellt ja einen Bach dar. Nur eben nicht ... Wilhelm Friedemann Bach!

 

 


Wir brauchen bitte dringend Ihre Hilfe!

 

Bitte helfen Sie uns: In den kommenden 50 Jahren wollen wir mit ganz viel Elan und Engagement zwei Dinge richtig stellen.

 

Bitte helfen Sie mit, wenn Sie sich denn besonders für Wilhelm Friedemann Bach interessieren. Zunächst eine herzliche zweite Bitte: Bitte nutzen Sie nicht – bitte nie – das Bild von Friedrich Georg Weitsch: den Herrn mit schwarzem Hut, Pelzkragen und einem Handschuh in der rechten Hand. Weil es eben nicht Wilhelm Friedemann Bach ist. Das bestätigte schon vor vielen Jahren sogar das ehrenwerte Bach-Archiv dem Freundeskreis Wilhelm Friedemann Bach. Nämlich in einem Schreiben des Vorstandes an Frau Thielicke. Es gibt drei Bilder von WFB: Bitte nutzen Sie diese Porträts und tragen Sie damit dazu bei, dass eines Tages die Geschichte auch in den Zeiten des Internets, wo Autor von Autor und der von seinem Vorgänger abschreibt, schließlich irgendwann verschwindet.

 

Das „falsche Bild dem richtigen Bachsohn“ zuzuschreiben, hat aber wenigstens nichts mit böser Absicht oder wirklich sehr viel Dummheit oder Boshaftigkeit zu tun gehabt. Anders verhält es sich ja mit dem bekanntesten Buch über Wilhelm Friedemann Bach. Richtig, das „Werk“ von Albert Emil Brachvogel: Dieser Roman – das Schundwerk ist tatsächlich als Roman deklariert – er stellt Wilhelm Friedemann Bach in einer ganz miesen Art und Weise dar. Und er macht ihn rundherum schlecht. Albert Emil Brachvogel war 1824 in Berlin geboren. Genau vier Jahrzehnte, nachdem Wilhelm Friedemann Bach in Berlin verstorben war.

 

Wikipedia schreibt, Brachvogel sei ein Schriftsteller. Aber er war hauptberuflich Dramaturg. Und er hat eigentlich nur zwei bedeutende Werke verfasst. Eines ausgerechnet wurde ein Bestseller, der auf Fantasie basierte. Ähnlich wenig, wie er auch von der griechischen Sagengestalt Narziss persönlich in Erfahrung bringen konnte. Er hatte auch von dieser Periode wenig Kenntnis. So bastelte er zum ältesten der berühmten Bach-Söhne einfach eine Geschichte im Sinne der heutigen wirklich schlimmsten Schmierblättchen der sogenannten Regenbogenpresse erfunden.

 

Erfunden? Ja, erfunden. Nicht nur wurde Brachvogels „Roman“ ein Bestseller ... und er verkauft sich druckfrisch bis heute ... sondern er führte 1931 dann außerdem noch in Form einer Oper Friedemann Bach die interessierten Menschen in die Irre. Höhepunkt in diesem Prozess ist dann aber schließlich der Film „Wilhelm Friedemann Bach“ 1941. Ganz im Stile Hollywoods entstanden. Er wurde mit Gustaf Gründgens verfilmt. Man kann sich keinerlei Vorstellung davon machen, wie man einem Menschen – posthum – mehr Schaden zufügen kann, als mit einer solchen Schmonzette. Vielleicht dachte sich Brachvogel, dass man abseits der Wahrheit vielleicht eher zum Erfolg kommen könnte. Nachdem er selbst als Schauspieler versagt hatte und das erste Buch zusätzlich ein Reinfall war. Zwischen „Narziss“ und seinem Werk über Wilhelm Friedemann Bach landete Brachvogel nämlich weitere Flops. Freimaurer wurde er später. Sogar deren Schriftführer der sogenannten Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland in Berlin.

 

So ist Albert Emil Brachvogel heute praktisch ganz alleine dafür verantwortlich, dass Wilhelm Friedemann Bach in der Geschichte so dramatisch schlecht dasteht. Übrigens: Dass sein Roman und seine Darstellung des Bachsohnes aller Richtigkeit entbehrt und einfach frei erfunden ist, das ist natürlich weder meine Meinung, noch die des Freundeskreises Wilhelm Friedemann Bach in Berlin:

 

Recherchiert hat das alles Doktor Martin Falck, der die Veröffentlichung seines Werkes 1913 gerade noch erlebte. Weil er kurz danach – im 1. Weltkrieg – fiel. „Die Ausgeburt berechnenden Verstandes“ hatte dieser seriöse Autor die Schmiererei von Albert Emil Brachvogel genannt. Er hatte ihm darüber hinaus jegliche Qualifikation abgesprochen. Das nämlich, weil es Quellen gab, in denen Brachvogel hätte recherchieren können. Der Autor dieser Zeilen – also ich (... der „Macher“ von Bach über Bach eben) hatte tatsächlich echte Skrupel, Albert Emil Brachvogel auf dieser Seite im Bild vorzustellen. In der Überzeugung, dass er so auch aussah. Verdient hat es sich Albert Emil Brachvogel tatsächlich nicht.

 

Nun ... andererseits hat Brachvogel das Bild von Wilhelm Friedemann Bach mit schwarzem Hut und Pelzkragen nicht verbreitet. Das verantworten Andere. Jetzt teile ich Sie – lieber Surfer, Besucher oder Leser, der Sie hier gerade zu Wilhelm Friedemann Bach forschen – einer von drei Gruppen an Interessierten zu. Entweder Sie sind bereits mit dem Steckbrief oder einer Kurzbiografie zufrieden. Dann lesen Sie das hier ja gar nicht mehr. Vielleicht sind Sie aber mindestens ein Interessent „der zweiten Kategorie“. Und es interessiert Sie, mehr über Wilhelm Friedemann Bach zu erfahren. Vielleicht finden Sie es spannend, von einem „Mini-Kreis an Hobby-Experten“ auf den richtigen Weg geschickt worden zu sein. Weil Sie sich gerne eine richtig ausführliche Beschreibung des Lebens von Wilhelm Friedemann Bach kaufen möchten ... neu oder auch gebraucht. Dann sind Sie immer noch hier.

 

Wenn das tatsächlich so ist. Nämlich, dass Sie andenken, mehr Information über den ersten Bachsohn zu suchen, dann kaufen Sie sich bitte, bitte nicht „Wilhelm Friedemann Bach“ von Albert Emil Brachvogel. Mit Albert Emil Brachvogel bekommen Sie einfach einen falschen Eindruck.

 

Also, gehören Sie in die dritte Kategorie? Sie würden sogar etwas Geld für Ihr Vorhaben ausgeben wollen? Für die „dritten Kategorie Interessierter“ gibt es hier und jetzt einen spannenden Vorschlag: Wenn Sie also jetzt Student sind. Oder ganz besonders interessierter Schüler oder Jugendlicher. Musik-Lover oder Klassik-Fan ... dann schließen Sie sich doch unserem Freundeskreis an. Hier ist es nämlich, das Buch „Wilhelm Friedemann Bach“ von Martin Falck, mit einem niedlichen Vorwort von ihm über unseren „Schmierfink“ Albert Emil Brachvogel (... Brachvogel-Fans mögen mir verzeihen. Aber WFB in solch ein richtig schlechtes Licht zu rücken, ohne Not und nur zum Erheischen des Vorteils eines guten Verkaufes des selbst verfassten Buches ... das bedarf einiger heftigerer Worte als die üblichen).

 

Also ... wenn Sie aber nun nicht zur eben genannten Gruppe der von Wilhelm-Friedemann-Bach-Begeisterten gehören, schon etwas Geld verdienen und sich unserem gemeinsamen Ansinnen anschließen wollen, dann kaufen Sie doch bitte das Buch, das noch immer aktuell im Olms-Verlag erscheint. Bei Amazon gibt's dies für 14 € und im Olms-Verlag direkt für € 19,80. Der Verlag, der es auf sein eigenes Risiko verlegt, wollte auch für ein wenig Gerechtigkeit in Sachen Wilhelm Friedemann Bach sorgen. In der Hoffnung, dass der von seiner Auflage durch meine Publikation noch ein paar mehr als die bisher wenigen Exemplare „absetzt“, wäre es ein herzlicher Dank, wenn Sie sich entschließen könnten, uns zu helfen, seinen Beitrag zum Thema mit dem Kauf eines Exemplars wenigstens finanziell zu minimieren. Dafür herzlichen Dank.

 

 


Was man im Internet zu Wilhelm Friedemann Bach alles findet: Aber lesen Sie nicht das Machwerk A. E. Brachvogel

 

Na klar, es würde nicht den Anspruch haben – dieses Bach-Portal – zur spannendsten Informationsquelle über die Musikerfamilie Bach werden zu wollen, wenn es denn keine weiterführende Informationen gäbe.

 

Zunächst kann man sich in der Deutschen Nationalbibliothek zu weiterer Literatur über Wilhelm Friedemann Bach richtig schlaumachen. In der Deutschen Digitalen Bibliothek gibt es mehr über die Werke von und über Wilhelm Friedemann Bach zu erkunden. Und bei Wikipedia Commons / Wilhelm Friedemann Bach ... da gibt es eine Sammlung an Videos, Audiodateien und Bildern. Klar, auch dort trifft man auf dieses falsche Bild des Musikers. Wir hoffen, wir können das ändern: Probieren Sie doch einmal, ob es uns gelang. Mit einem Klick auf den letzten Link. Wahrscheinlich google ich ja doch noch ein wenig mehr und vielleicht finde ich ja weitere spannende Websites. Die folgen dann als letzter Abschnitt.

Der Sterbeeintrag zu WFB. Einen ganz kleinen, eigentlich klitzekleinen Fehler wollen wir hier zwar benennen, aber ihn dann auch schnell und großzügig gleich übersehen: Wilhelm Friedemann Bach wurde nicht in der Bachstadt Leipzig geboren, sondern in Weimar ... so viel ist ebenfalls sicher!

 

 


Von Rentsch und Ihle zu Haußmann, von Albert Emil Brachvogel zu Esther Meynell

Und? Wer ist Wilhelm Friedemann Bach? Klar, es ist eine Fangfrage. Denn Toby Edward Rosenthal wusste selbstverständlich nicht, wie alle Bachs nun eigentlich aussahen. Wahrscheinlich aber ... ist Wilhelm Friedemann Bach, der junge Mann ganz links außen.

 

 

Na klar doch: Ja, es ist zulässig, Romane über Personen zu schreiben und es ist genauso okay, Bilder von Menschen zu erfinden, wie die wohl niemals in deren Leben je so ausgesehen hatten. Das ist legitim, wird getan und wird konsumiert. Im Falle von Bildern eben angeschaut. Im Falle von Romanen eben gelesen. Aber es gibt Grenzen. Das mussten als einen großen Fehltritt auch die Produzenten von „Krieg der Welten“ 1938 erleben. Als sie einen Bericht über die Landung von Außerirdischen in den USA als Hörspiel über den Äther schickten. Obwohl das Produkt als Fiktion vorher definiert wurde – aber wer hört schon bei so Vielem noch allem richtig zu – brach Panik aus und erst später wurde man sich bewusst, wie leicht Menschen doch einer oberflächlich konsumierten „Geschichte“ Glauben schenken.   +++++

 

Die Mondlandung, König Ludwigs Tod im See und Area 51 lassen grüßen. Doch es gibt für ähnliche Situationen auch Grenzen. Es geht um frühe Formen der Beleidigungen und darüber, welche Verantwortung man übernimmt, Geschichte zu beugen. Und das mit Vorsatz, mit niedrigen Beweggründen und alles auch noch in einer hässlichen Form. Viele Künstler haben zum Thema Bach von ihrer Fantasie Gebrauch gemacht. Es gibt mehrere Dutzend Bilder von J.S. Bach, die ihn darstellen, wie er nie ausgesehen hat. Der eine „porträtiert“ ihn gütig. Der andere ernst und energisch ... wohl, weil ihn die Geschichte so darstellt.

 

Anders verhält es sich mit geschriebenen Werken und publizierten Romanen. Zwei berühmte Bücher gibt es – unter zahlreichen weniger berühmten – zum Thema der Könner in der Musikerfamilie Bach. Anzeige Anfang. Das eine ist der Roman von Esther Meynell, die das Leben mit dem Superkomponisten aus der Sicht seiner zweiten Ehefrau Anna Magdalena Bach darstellt. So, wie es gewesen sein könnte. Obwohl sehr viel tatsächlich frei erfunden und erdichtet ist – und Experten deswegen dieses Buch nicht zur Lektüre empfehlen – ticken wir in unserer Bach über Bach-Mission ganz anders.

 

Dieses Buch ist nämlich ausgesprochen lesenswert – selbst als gebrauchtes Exemplar – und vermittelt einen angenehm zu lesenden Eindruck zum Großen und Ganzen in Bachs Leben. „Easy going“ ist die Devise ... gut so! Auch wenn vieles historisch nicht ganz richtig ist, so bewegt sich doch die Beschreibung des Charakters von Vater Bach im überlieferten „grünen Bereich“. So verändert es das Bild, das man von Johann Sebastian Bach schon hat, nicht wesentlich. Anzeige Ende.

 

Ganz anders aber ist der Schund von Albert Emil Brachvogel über Wilhelm Friedemann Bach. Er zeichnet ein ausgesprochen düsteres und schlimmes Bild vom ältesten Sohn des Komponisten aus Eisenach. Und das aus heiterem Himmel. Einfach so. Er mobbte ihn – würde man heute sagen – er zeichnete eine vollkommen andere Person, als sie die Geschichte überliefert. Er machte ihn zum miesen Charakter.

 

Heute weiß man, dass das, was man in den ganz billigen bunten Heftchen an Illustrierten liest – ganz besonders auch in den USA – einfach nur Momente im Leben von Prominenten darstellt. Moment, in denen sich die eben hin und wieder auch ungeschminkt in die Nachbarschaft trauen. Man publiziert Bilder, die einzelnen Personen ungeheuer negativ darstellen. Und erzählt Geschichten, die einfach freiweg erfunden sind. Es ist ein Teil der Angebote, wie man sich seine Welt „zusammenpuzzeln“ kann. Wem danach ist, okay, der erfreue sich an diesen Bildern und an diesen „Berichten“. Aber darüber hinaus gibt es ja weitere Medien. Angefangen von diesen wenig seriösen Illustrierten, über die ganz seriösen und auch das Internet mit seiner breiten Palette an Darstellungen. Fernsehen und Radio erweitern das Angebot und Bücher bilden schließlich den Abschluss. So war das damals aber nicht. Klar, es gab die Gartenlaube, ein Vorgänger unserer heutigen Illustrierten. Und es gab die „Illustrierte Weltgeschichte“ und „Über Land und Meer“. Aber das war einfach kein Gegengewicht zu einem Bestseller, der in Buchform fast einzige Publikationsform war.

 

Mit Bach über Bach liegen Sie immer richtig. Und deswegen gibt es hier auch Hinweise, wo Sie noch Spannendes zu Wilhelm Friedemann Bach finden. Zunächst gibt es da ja das Wilhelm-Friedemann-Bach-Haus in Halle – Halle ist ja nicht nur Händelstadt, sondern eben auch Wilhelm-Friedemann-Bach-Stadt. Bei Halle im Bild findet man mehr über kulturelle Zeitzeugen aus der Saalestadt. Eine knappe und gute Übersicht gibt es – selbstverständlich – beim Bach-Archiv. Und – im Sinne des Anliegens dieser Webseite – freut uns sehr, dass das „Mann-mit-Hut-und-Pelz-Porträt“ diese Seite eben nicht mehr „schmückt“. Das ist doch schon 'was! Denn: Es gibt ja authentische Bilder von unserem Star dieser FAQ 116. Ein Dankeschön nach Leipzig und über diesen Link kommen Sie dort auf die richtige Seite.

 

Der Carus-Verlag bietet Wilhelm Friedemanns Gesammelte Werke zum Kauf an. Wenn Ihnen danach ist: Dort gibt's einen bequemen Shop. Spannend ist es auch bei Klassika.info, denn dort kann man sich das Werkverzeichnis sortiert zu Gemüte führen. Im November 2016 bleibt allerdings das ehrgeizige Ziel, den Mann in Hut und Pelz dort auch noch zu entfernen. Dort sind auch Kaufempfehlungen und diese Sortierung seiner Werke. Nach Entstehungszeit, nach Titeln, nach Musikgattung und Co: Alles das ist spannend.

 

Interessant zu lesen ist ein Artikel der Zeitung Die Zeit, immerhin fünf Seiten, wenn wir auch ein wenig großzügig über das Bild von WFB hinwegsehen müssen. Zum 300. Geburtstag erschien dieser Artikel bereits im Jahre 2010. Ist aber noch immer cool zu lesen. 

 

Niedlich ist die Seite Luisenstadtkultur.de, eine Homepage der Evangelischen Kirchengemeinde Kreuzberg in Berlin. Übrigens sind die anderen Seiten ebenfalls spannend: Hier klicken ... und Sie können viel mehr erkunden. Und ... es gibt sogar ein YouTube-Video zum Thema Wilhelm Friedemann Bach. In kurzen zwölf Minuten hat man wirklich ein hippes Erlebnis mit dem Titel Wilhelm Friedemann Bach Cantatas: ein Genuss mit dem Bach Chor Mainz. Ein Augenschmaus und ein Genuss für die Ohren, wenn auch das erste Wort in diesem Satz etwas altmodisch anmutet und „Hippes zum Ansehen“ zeitgemäßer klingen würde. Unbedingt diese zwölf Minuten Zeit nehmen. 

 

Zu erwähnen wäre außerdem noch Tobis Notenarchiv. Ein Klick sind Sie dort. Schließlich ist da noch der Hinweis zum Wilhelm-Friedemann-Bach-Haus in Halle auf der offiziellen Homepage der Händelstadt. Auf Klaviernoten.com gibt es übrigens ebenfalls kostenlose Noten.

 

Interessant ist eine Seite von Museumstechnik.de in Berlin, die sich mit dem Wilhelm-Friedemann-Bach-Haus beschäftigt. Last but not least gibt es hier tolle Fotos von diesem Wilhelm-Friedemann-Bach-Haus in Halle. Und zwar vom Architekten. Dem Meister Johann-Christian Fromme. Besuchen Sie doch 'mal seine Website. Es lohnt sich, denn hier gibt es von innen und außen Bilder, die man besser selbst auch nicht fotografieren kann. Auch wenn man glaubt, vieles besser fotografieren zu können (... ich über mich ... und wie immer mit einem Schmunzeln): Unbedingt dort 'mal kurz vorbeiklicken.

 

Nicht vergessen werden soll auch eine heute nicht mehr existierende Seite in einer Information des Freundeskreises im Internet sein: wfbach.de. Erstens ist dem Freundeskreis Wilhelm Friedemann Bach der Homepage-Support „verlorengegangen“. Und dann, zweitens, gibt es an ihrer Stelle ja jetzt diese Seite auf Bach über Bach. In der Zwischenzeit ist auch noch die Initiatorin, Gisela Thielicke, leider viel zu früh, verstorben. In der nmz – die neue musikzeitung mit den kleinen Anfangsbuchstaben – finden sich mehrere Artikel zur Einweihung dieser tollen Location in Halle. Und damit wollen wir die Empfehlungen im Internet zu und über Herrn Wilhelm Friedemann abschließen. Es gäbe übrigens – laut Google – noch weitere 338.000 Treffer. Ungefähr. In nur 0,44 Sekunden.

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Die erfolgreichste Bach-Biografie ever: ein Roman von Esther Meynell

So wird ein Roman daraus: Charaktere werden in diesem Werk nicht in einen vollkommen falschen Kontext gepresst. Auch dieses Buch ist eine Geschichte und keine Biografie. Aber sie kann eben durchaus als liebenswürdige Beschreibung eines Menschen, Musikers und Lebens „durchgehen“. In der Geschichte der Bach-Biografie – in diesem Falle der Johann-Sebastian-Bach-Biografie – ist das Abschreiben fester Bestandteil jedes weiteren derartigen Werkes. Wenigstens ist das jeweils meiste der 700 Biografien zum Komponisten von vielen – nicht allen – Vorgängern schlichtweg dupliziert. Beziehungsweise umgeschrieben. Mit wenigen, ganz wenigen Ausnahmen. Bei Wilhelm Friedemann machte die UFA in ihrem Werk mit Gustaf Gründgens die Geschichte aber noch eine Idee schlimmer. Das Filmwerk basiert nämlich komplett auf dem Machwerk von Albert Emil Brachvogel und multipliziert die falsche Beschreibung damit nochmals auf einem ganz anderen, noch schlimmeren Level.

 

 


Ende der Anzeige

Dr. Martin Falck „rückt die Geschichte gerade“. Ein Hurra auf Doktor Martin Falck!

Druckfrisch können Sie „Wilhelm Friedemann Bach“ von Dr. Martin Falck noch heute erwerben. 2011 erschien ein Nachdruck im Olms-Verlag. So bekommen Sie dann auch alle Quellen-Angaben und die so wichtigen Musik-Segmente. Der Olms-Verlag freut sich natürlich sehr über Ihr Interesse und Ihren finanziellen Beitrag damit. Und wir ... wir freuen uns ebenfalls, wenn Sie dieses Buch erwerben. Bei Amazon oder im Buchhandel. Nicht im Verlag meiner Frau.

 

Das gelang dem Freundeskreis Wilhelm Friedemann Bach und Gisela Thielicke vor einigen Jahren: Diese Gedenktafel an den großen Komponisten schmückt inzwischen eines der Häuser in Berlin. Dankeschön Frau Thielicke! Richtig ... das Bild war oben schon einmal präsent. Aber weil es die wahrscheinlich längste Seite auf einer Homepage über diesen Bachsohn ist, darf „es einfach noch einmal“.

 

 


Das „Weitsch-Bild“ von Bach: von wegen schwarzer Hut, Pelzkragen, Handschuh

 

Wer war eigentlich Weitsch und wann lebte der? Genauer heißt er Friedrich Georg Weitsch und er war ein deutscher Radierer und Maler. Geboren ist Herr Weitsch im August 1758. Das war „ungefähr ganz genau“ 26 Jahre bevor Wilhelm Friedemann Bach starb. Das Bild mit „Pelz und Hut“ zeigt einen Mann im Alter von „pi mal Daumen“ 50 Jahren. Wilhelm Friedemann wäre 1760 genau 50 gewesen ... eben, weil er 1710 geboren ist. Also, hätte WFB, wie ihn die musikalischen Bach-Insider nennen, mit 50 Modell für dieses Bild gesessen. Dann wäre Weitsch ein Maler-Genie im Alter von zwei Jahren gewesen. Seltsam auch, dass es so wenig Ähnlichkeit hat – also das Porträt von Wilhelm Friedemann Bach – mit den verbürgten Bildnissen des Musikers. Nun ja. Wikipedia nennt als Aufenthaltsorte Weitschs Braunschweig und Kassel, Amsterdam und Italien. Okay, 1795 siedelte er nach Berlin um. Also etwa 35 Jahre, nachdem Wilhelm Friedemann 50 Jahre alt war.

 

 


Ist sie der „Don Quijote in Sachen Wilhelm Friedemann Bach“? Nein, Gisela Thielicke findet nun endlich Gehör

 

Dies ist die Rede von Gisela Thielicke im Zentrum für Kirchenmusik am 21. Mai 2013 in Erfurt, Thüringen, dem Zentrum der Musikerfamilie des Komponisten Johann Sebastian Bach:

 

Warum Wilhelm Friedemann Bach weder Hut noch Pelz noch Handschuhe trug. Das ist hier sorgfältig recherchiert und ausführlich dargelegt. Der folgende Vortrag von Gisela Thielicke wurde vom Autor dieser Website nur geringfügig geändert, da er hier gelesen und nicht angehört werden kann. Darüber hinaus hat der Autor kleine Ergänzungen zum Thema vorgenommen, falls sich zwischen dem Datum des damaligen Vortrags und dem Datum, an dem Sie ihn heute hier auf dieser Website lesen, wesentliche Änderungen ergeben haben sollten. Der vollständige Text wurde vom Autor dieser Website eingegeben.

 

Zunächst möchte ich mich bei Dr. Claus Oefner bedanken, der es mir freundlicherweise ermöglicht hat, vor Ihnen über Erkenntnisse zu sprechen. Es sind keine Neuen Erkenntnisse. Aber ihre Verbreitung wird von entscheidenden Institutionen nicht unterstützt. Es ist ein Durchbruch in der „Weitsch-Forschung“, also in der Erforschung des malerischen Werks von Friedrich Georg Weitsch, die Wilhelm Friedemann Bach nicht repräsentiert.

 

Ein paar Worte zu meiner Person: Ich bin Gisela Thielicke, habe 1998 den Freundeskreis Wilhelm Friedemann Bach gegründet. Ich habe mich unter anderem dafür eingesetzt, dass die eigentliche und vor allem wissenschaftliche Biografie über Wilhelm Friedemann Bach, die 1913 von Dr. Martin Falck verfasst und 90 Jahre später, im Jahr 2003, vom Verleger Georg Olms im Olms-Verlag in Hildesheim als Nachdruck herausgegeben wurde, Beachtung findet. Im Übrigen folgten 2011 weitere Nachdrucke. Darüber hinaus gelang es dem Freundeskreis 2012, die Genehmigung für die Anbringung einer Gedenktafel für Wilhelm Friedemann Bach in Berlin-Mitte zu erreichen, wo der Komponist und Musiker in den Jahren 1774 und 1775 lebte. Wenn Sie möchten, können Sie eine Broschüre des Freundeskreises mit nach Hause nehmen. Und es ist mir ein Anliegen, Ihr Interesse an der korrekten Biografie über Wilhelm Friedemann Bach als Buch zu wecken.

 

Nun möchte ich zum eigentlichen Thema kommen: Es geht um das sogenannte „Weitsch-Bild“. Es ist das Bild, das der Maler Weitsch von Wilhelm Friedemann Bach gemalt haben soll. Doch dieses Portrait zeigt nicht Wilhelm Friedemann Bach. Also ist das allgemein bekannte Gemälde „Mann mit Hut und Pelzkragen“ eben nicht Wilhelm Friedemann Bach.

 

Neben der falschen Zuordnung dieses Bildes kursieren um den Komponisten unsinnige Geschichten, die die Persönlichkeit von Wilhelm Friedemann Bach bis heute grundlegend verzerren. Und fast niemand kümmerte es, dass irgendwann schließlich das richtige Porträt gegen den „passenden Bach“ ausgetauscht wurde. Ganz und gar nicht vor dem Zeitalter des Internets. Einen Anfang einer tatsächlichen wissenschaftlichen Aufarbeitung leistete der später promovierte Dr. Martin Falck bereits 1913 ... nämlich mit der eben erwähnten Biografie. Doch der Erste Weltkrieg ließ leider keine dauerhafte Neubewertung des berühmten Komponisten zu. Dr. Martin Falck war 1913 gefallen.

 

2010 war das Gedenkjahr zum 300. Geburtstag von Wilhelm Friedemann Bach. Am 7. und 8. Juni 2010 fand in Halle – im Händel-Haus – eine wissenschaftliche Tagung statt. Bei dieser Gelegenheit wies Professor Dr. Wolfgang Hirschmann – er lehrt an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg – offiziell nach, dass und warum das bekannte Gemälde von F.G. Weitsch eindeutig nicht Wilhelm Friedemann Bach darstellt. In der Fachliteratur wird überliefert und bestätigt, dass Weitsch dieses Gemälde im Jahr 1760 malte. Es zeigt Wilhelm Friedemann als einen Mann im Alter von etwa 50 Jahren. Der Maler F.G. Weitsch wurde jedoch erst 1758 geboren. Dies ist der erste Widerspruch, denn wie hätte Weitsch wissen sollen, wie Bach genau im Alter von 50 Jahren aussah? Es sind nur Bilder von Wilhelm Friedemann Bach in seinem mittleren Alter und eines in fortgeschrittenem Alter gesichert. Zudem weist die Kleidung der Person auf dem Gemälde auf die 90er Jahre des 18. Jahrhunderts hin. Aus der Kleidung des Porträts lassen sich „das neue, befreite Lebensgefühl“ nach der Französischen Revolution sowie die Gewohnheiten einer völlig neu belebten Künstlerszene ablesen.

 

Übrigens: Der Vater von Georg Friedrich Weitsch – Johann Friedrich Weitsch, der auch Pascha genannt wurde (1723–1803) – war Miniaturmaler, arbeitete für die Porzellanmanufaktur in Fürstenberg und malte seit 1758 Landschaften.

 

1.   Der Autor Reimar F. Lacher verfasste 2005 seine Doktorarbeit über den Maler Friederich Georg Weitsch: FU Berlin 2003, als Buch 2005, Gebr. Mann Verlag Berlin, Deutschland; ISBN 3-7861-2321-7. Anhand stilistischer Vergleiche hat er nachgewiesen, dass der „Mann mit Hut und Pelz“ eben nicht Wilhelm Friedemann Bach ist.

 

2.   Professor Dr. Wolfgang Hirschmann von der Universität Halle-Wittenberg bestätigte dies am 7. Juni 2010.

 

3.   Es gibt ein Schreiben des Bach-Archivs an den Freundeskreis vom 19.4.2012 (... Bild oben, Anm. d. Red.). Professor Dr. Christoph Wolff, der versierteste Bach-Kenner unserer Zeit, erklärt Folgendes: „Ich kann feststellen, dass das Bach-Archiv stets davon ausgegangen ist, dass der Mann mit Pelz und Hut auf dem Bild im Händel-Haus ebenso wenig mit Wilhelm Friedemann Bach zu tun hat wie das sogenannte Ihle-Porträt mit Johann Sebastian Bach.“ Kopien dieses Schreibens an Dr. Wollny und Professor Martin Petzoldt bleiben ebenfalls unbestritten.

 

 


Was ist nun das Problem?

 

1.   Leider präsentiert das Bach-Archiv in Leipzig – direkt neben der Thomaskirche – das bekannte Weitsch-Gemälde (... mit Hut und Pelzkragen) mit der Bildunterschrift „Wilhelm Friedemann Bach“. Für Tausende von Besuchern sowie für viele Schüler, Studenten und Gäste aus dem Ausland ist aber gerade diese Einrichtung eigentlich ein guter Ausgangspunkt, wenn es um Bach geht. Dieser Widerspruch spiegelt sich auch im November 2016 noch auf dieser Seite wider (... Anmerkung der Redaktion).

 

2.   Leider erhielt ich auch eine Absage seitens des Eigentümers des Bildes – das Bild gehört der Stiftung Moritzburg in Halle – bezüglich einer Änderung. Herr Wolfgang Buechse, Kustos der Gemäldesammlung, schrieb am 11. Oktober 2012 an den Freundeskreis: „Das betreffende Gemälde wurde 1907 als Geschenk der Familie Bach von Fräulein Lisette Bach erworben (... im Buch von Reimar F. Lacher heißt es Liselotte, Seite 223; Anmerkung von Gisela Thielicke). Dort wurde es als Porträt von Wilhelm Friedemann Bach angesehen. Und so spricht man auch heute noch davon. Anfragen werden mit dem Hinweis beantwortet, dass die Identität des Dargestellten noch immer nicht geklärt ist. Mehr können und wollen wir nicht tun. Darüber hinaus weise ich darauf hin, dass das Gemälde signiert, aber nicht datiert ist. Das Gemälde entstand Ende des 18. Jahrhunderts. Ich möchte jedoch hinzufügen, dass es nicht ungewöhnlich war, ein Porträt von Verstorbenen nach deren Tod in Auftrag zu geben. Übrigens muss ich hinsichtlich der Kleidung des Dargestellten widersprechen; sie ist auf dem Bild zu unauffällig, um eine eindeutige Aussage zuzulassen.

 

Ich möchte mich zu den Ausführungen von Herrn Bueche äußern (Gisela Thielicke, Anmerkung der Redaktion) und habe folgende Einwände:

 

1.   Die Glaubwürdigkeit einer unbewiesenen Überlieferung muss wissenschaftlich ernsthaft in Frage gestellt werden, zumal in diesem Fall alle anderen Beweise dagegen sprechen.

 

2.   Wenn es sich bei dem Bild als „Porträt eines Herrn“ (... Mann mit Hut und Pelz) nur wahrscheinlich um Wilhelm Friedemann Bach handelt, warum hängt es dann im Händel-Haus unter dem Namen Wilhelm Friedemann Bach … und das ohne den entsprechenden Hinweis, dass es sich nur wahrscheinlich um Wilhelm Friedemann Bach handelt? Öffentlich gibt man zu, dass man sich dessen nicht sicher ist. Doch dort, wo Schüler, Lehrer, Musiker und Wissenschaftler – im Händel-Haus – vorbeikommen, lassen sie diesen Hinweis in der Bildunterschrift weg. (... und nun muss jeder Lehrer, jeder Schüler und jeder Bach-Liebhaber seine eigenen Schlüsse ziehen, Anmerkung der Redaktion).

 

3.   Auch wenn es allgemein üblich war, Porträts posthum anzufertigen, kann nicht davon ausgegangen werden, dass im Falle von Wilhelm Friedemann Bach „sein Porträt“ etwa vierzig Jahre nach seinem 50. Lebensjahr, also um 1800, entstanden ist. Wer hätte daran Interesse gehabt? Wilhelm Friedemann Bach war Ende des 18. Jahrhunderts (etwa 40 Jahre, nachdem der Komponist etwa 50 Jahre alt war, Anm. d. Red.) längst in Vergessenheit geraten, seine Musik wurde sicherlich nicht mehr aufgeführt, und die verbliebene Tochter war den anerkannten Unterlagen zufolge mittellos: Sie hätte dem Maler Friedrich Georg Weitsch niemals das Honorar bezahlen können.

 

4.   Ich zitiere aus einem zeitgenössischen Bericht: Im „Musikalischen Almanach“ vom 26. Juli 1783 (… dem Jahr vor dem Tod von Wilhelm Friedemann Bach) – von Carl Hermann Bitter 1868 – und schließlich Dr. Ulrich Kahmann Carl Hermann Bitter – zum Thema „Ein falsches Bild von Wilhelm Friedemann Bach“: „Über die Lage unseres bewundernswerten Wilhelm Friedemann Bach, der in seiner Kunst so unvergleichlich ist, kann ich wenig sagen. Er tritt fast gar nicht mehr in der Öffentlichkeit auf, und es scheint, dass er, mit Ausnahme einiger weniger, die noch Kontakt zu ihm haben und echte Achtung vor der Kunst hegen, von den meisten anderen völlig vergessen ist.“

 

5.   Dr. Uwe Wolf, ausgebildeter Musikwissenschaftler und Mitarbeiter des Carus-Verlags, zuvor wissenschaftlicher Mitarbeiter am Johann-Sebastian-Bach-Institut in Göttingen sowie Mitarbeiter im Bach-Archiv, äußerte sich wie folgt: „Wir sind keine wissenschaftliche Einrichtung. Das Gemälde (... Weitsch) ist ein Markenzeichen: Wir werden es weiterhin unter dem Titel Wilhelm Friedemann Bach herausgeben.“ (... fairerweise muss erwähnt werden, dass auf der Website inzwischen ein korrektes Bild von Wilhelm Friedemann Bach zu sehen ist ... Ein Dankeschön an den Carus-Verlag, Anmerkung der Redaktion).

 

6.   Es gibt mehrere Gemälde, die Wilhelm Friedemann Bach zeigen, und alle stimmen in ihrer Darstellung von seiner Jugend bis ins hohe Alter überein. Das hier besprochene Bild, das sich in Privatbesitz befindet (... Weitsch mit Hut, Pelz und Handschuh; Anmerkung der Redaktion), unterscheidet sich erheblich von den anderen Bildern von Wilhelm Friedemann Bach. Über diesem Gemälde befindet sich eine Überschrift, und der Biograf Dr. Martin Falck schreibt in seiner Biografie über Bach auf Seite 56: 

 

„Ein Ölgemälde ist auf mysteriöse Weise ins Hallesche Museum gelangt. Es zeigt den Künstler (... Wilhelm Friedemann Bach, Anm. d. Red.) mit wallendem, naturweißem Haar und leidenschaftlichem Blick in einer stürmischen Haltung. Es unterscheidet sich stark von den anderen Darstellungen.“

 

7.   Wilhelm Friedemann Bach hätte es wahrscheinlich nicht zugelassen, dass man ihn ohne seine Perücke porträtierte … was damals, zu seiner Zeit, üblich war.

 

8.   Im Buch von Reimar F. Lacher wird auf Seite 223 zum Weitsch-Bild Folgendes erwähnt: „Bislang stets als ungesichertes Porträt von Wilhelm Friedemann Bach! Sobald ein Bild auch nur in Frage gestellt wird, muss dies – wissenschaftlich korrekt – kenntlich gemacht werden. Das Bach-Archiv arbeitet mit dem Carus-Verlag zusammen, sodass beide verpflichtet sind, gemeinsam an einer Korrektur dieser Fehlinformation zu arbeiten.“ Aber offensichtlich – konkret – dominiert dieses „falsche“ Weitsch-Bild in der Öffentlichkeit, während die anderen – (... Gemälde von Matthieu, gestochen von Christian Heinrich Schwenterley; in Lachers Buch auf Seite 223) – in der Öffentlichkeit fast vollständig fehlen. Weil dies vom Carus-Verlag durchgesetzt wird.

 

Das Bild dient – meiner Meinung nach – dazu, einen bescheidenen Lebensstil und eine Geisteshaltung zu untermauern, die mit Wilhelm Friedemann Bach nichts zu tun haben. Johann Friedrich Reichardt, Friedrich Rochlitz und Friedrich Wilhelm Marpurg hatten damals mit ihren Anekdoten den Grundstein dafür gelegt. Obwohl Dr. Martin Falck bereits 1913 all diese Anekdoten anhand von Dokumenten widerlegen konnte, werden sie leider auch heute noch verbreitet. Das bedeutet, dass die Forschungsergebnisse von Dr. Martin Falck nicht nur ignoriert, sondern sogar aktiv „verdrängt“ werden.

 

(Anmerkung der Redaktion: Es ist auch komisch, dass noch heute der Roman von Brachvogel, der im Widerspruch zum Leben Bachs steht, mit dem unpassenden Bild von Johann Christian Bach, dem Cousin der porträtierten Person – nämlich dem „Clavier-Bach“ – aufwartet. Falsche Informationen, gepaart mit dem falschen Gemälde. Zumindest ist beides falsch. Ich hoffe, dass diese Seite meiner Website dazu beitragen kann, dass die jüngste gedruckte Ausgabe von 2013 nun vielleicht die letzte ihrer Art ist. Hoffentlich … dann endlich. Man kann sie als Taschenbuch für satte 49,50 € kaufen. Nur um Geld zu machen … ganz in der Tradition von Brachvogel & Co.! Ende der Anmerkung der Redaktion).

 

Institutionen, die sich mit Bach-Forschung befassen, tragen selbst dazu bei, J. S. Bachs Sohn nachhaltig zu verunglimpfen. Das Bild eines Mannes mit Hut, Pelz und Handschuhen zeigt mit höchster Wahrscheinlichkeit Johann Christian Bach – alle Indizien deuten darauf hin – der 1743 in Halle geboren wurde. Er war ein Schüler von Wilhelm Friedemann Bach. Johann Christian Bach wurde später Musiklehrer am Pädagogium in Halle und lebte dort bis 1814. Der Stifter des Bildes war übrigens ein Nachfahre von Johann Christian Bach, wie Reimar F. Lacher auf Seite 223 seines Buches darlegt.

 

Eine kleine genealogische Aufstellung von Karl Geiringer deutet darauf hin, dass es sich um den Zweig aus Meiningen/Ruhla handelt. Ich zitiere aus Geiringers Buch auf Seite 116: „Im Alter von 61 Jahren heiratete (Jacob) zum vierten Mal und zeugte noch zwei Kinder, bevor er 1718 starb. Das musikalische Talent, das er vererbt hatte, muss beträchtlich gewesen sein, denn aus beiden ersten Ehen gingen besonders begabte Künstler hervor. Fußnote 1: Georg Michael Bach, ein Sohn aus Jacobs dritter Ehe, war ebenfalls Musiker und arbeitete als Kantor an der Ulrichskirche in Halle. Sein Sohn Johann Christian, bekannt als der „Klavier-Bach“, „war ein Schüler von Wilhelm Friedemann Bach.“

 

Übrigens ist Johann Ludwig Bach der bekannte Meininger Bach, der engen Kontakt zu JSB hatte. Johann Christian Bach ist also sein Cousin. Die Familien waren eng miteinander verbunden. Der Schüler Johann Christian Bach erhielt von seinem Lehrer Manuskripte von Wilhelm Friedemann Bach als Geschenk, darunter Johann Sebastian Bachs „Clavierbüchlein“, das für den kleinen Wilhelm Friedemann Bach geschrieben wurde. Das kann man in Karl Geiringers Buch auf Seite 175 nachlesen.

 

Es liegt also auf der Hand: Es handelt sich um eine lang anhaltende, „beabsichtigte“ Verwirrung in der Beschreibung seiner Person und der Darstellung seines Porträts. Auf Kosten eines musikalischen Meisters: Wilhelm Friedemann Bach.

 

(Anmerkung der Redaktion, noch einmal: Bitte beachten Sie, dass der oben veröffentlichte Text von Gisela Thielicke in unwesentlichen Wörtern und Passagen leicht vom Originaltext abweicht.)

Ein letztes Bild von Wilhelm Friedemann Bach auf dieser Seite. Von Wilhelm Friedemann Bach, wie er eben wirklich ausgesehen hat. Danke für Ihr Interesse, Ihren Besuch und vielleicht ja auch Ihren Support und Ihre Hilfe in Sachen Wilhelm Friedemann Bach.

 

 


Ein spannender Nachtrag für Sie in Sachen Wilhelm Friedemann Bach: der „Bach über Bach-Website-Besucherservice

 

Was ist das denn jetzt? Wie ist's gemeint. Nun ... wie immer, nicht ganz ernst. Wenn Sie bis hierher gelesen haben, dann haben Sie sich ein paar weiterführende Links - jetzt und hier - ohne weiteres Scrollen einfach verdient. Sie brauchen also meine Empfehlungen zur Thematik Wilhelm Friedemann Bach nicht in den vielen Abschnitten oben wieder zu suchen. Sie sind unten einfach für Sie noch einmal da. Und den einen oder anderen gibt's einfach gratis dazu.

 

Für ganz besonders interessierte WFB-Fans, die auch Bücher auf der letzten Seite beginnen zu lesen, sind hier - sicher wider Erwarten - doch noch einige wenige weitere interessante Homepages aufgeführt.

 

Wikipedia, immer ganz vorne (... deshalb hier der Link nochmal) egal zu welchem Thema und auch unabhängig davon, ob es bessere Homepages gibt, empfehlen wir in diesem Falle nicht. Nicht, solange sich über diese Wiki-Seite noch das Bild mit Hut und Pelz und Mantel verbreitet. Wenn das nicht mehr der Fall ist, sehen wir weiter.

 

Natürlich und ganz vornean, darf ein direkter Hinweis zum Buch von Dr. Kahmann keinesfalls fehlen. Denn wenn Sie nun schon Lust haben auf „mehr Wilhelm Friedemann Bach“, dann möchten Sie ganz sicher nicht lange suchen müssen. Hier können Sie direkt bestellen ... und nein, wir bekommen keine Prozente, wenn Sie sich ein Exemplar bei Buecher.de kaufen.

 

Das Bach-Archiv in Leipzig widmet WFB eine komplette Homepage-Seite. Und im Laufe der kommenden Monate und Jahre wollen wir – vielleicht gemeinsam – prüfen, ob sich das Bach-Archiv fair gegenüber Wilhelm Friedemann Bach verhält. Im Sinne dieser meiner Website. Aber … das braucht noch ein wenig Zeit. Denn andere Baustellen in unserer Mission und meinem Projekt sind wichtiger.

 

Volker Hagedorn schrieb 2010 einen Artikel über unseren Bach-Sohn. Aber er macht doch tatsächlich mit dem Weitsch-Bild auf. Damit Sie sich eine komplette Meinung darüber machen können, wie schwer es tatsächlich ist, eine einmal festgefahrene Meinung, die auf Jahrhunderte alten Mythen beruht (… klar und dem Buch von Brachvogel), zu ändern, deswegen – aus Gründen der Fairness bezüglich einer anderen Meinung – hier der Link … also weiter oben in diesem Abschnitt. „Die Unvollendete“ heißt übrigens sein Artikel in der Online-Ausgabe der Zeitung Die Zeit.

 

Bei Klassika.de, den deutschsprachigen Klassikseiten – wie sie sich nennen –  findet man das komplette Werkeverzeichnis. Sortiert nach Musik-Gattung. Wer sich für das Werk WFBs interessiert – und zu Werkverzeichnissen vieler, vieler berühmter Komponisten  der ist, ganz allgemein, bei Klassika.de sehr gut aufgehoben. Kalssika.de war für mich eine immense Hilfe, als ich meine FAQ über die Anzahl der Werke vieler großer Klassischer Komponisten recherchierte. Der Gewinner dieses nicht-ausgeschrieben Wettbewerbs ist übrigens Telemann.

 

Bach-Cantatas, von unserem Bach-Freund Aryeh Oron in Israel, liefert einen Lebenslauf über den Bachsohn in englischer Sprache. Für alle die hier ankommen, aber doch lieber englischen Text lesen, als deutschen. Übrigens ist das Portal von Aryeh Oron das größte und umfangreichste Bach-Portal in englischer Sprache, unseres ist das umfangreichste deutsche und internationale Bach-Angebot.

 

Die Homepage „Kultur in der Luisenstadt“ bietet eine Seite zu Ehren Wilhelm Friedemann Bachs an. Und sie ist einen Besuch wert, wenn man sich knapp und kompakt mit ein wenig Lektüre über das Leben des berühmten Bach-Sohnes informieren möchte.

 

Nochmals darf hier natürlich auch Gisela Thielickes Homepage mit dem einprägsamen Titel „wfbach.de“ nicht fehlen, aber ... leider gibt es diese Homepage seit Gisela Thielickes Tod ja nicht mehr. Es war die Website des Freundeskreises Wilhelm Friedemann Bach, der wir zusammen mit den Autoren auf dieser meiner Seite verdanken, dass hoffentlich WFB peu à peu sozusagen „rehabilitiert“ werden kann.

 

Auf „jpc – Leidenschaft für Musik“ kann man die Kantaten von Wilhelm Friedemann Bach kaufen und weil wir davon nichts haben, ist es auch hier keine Werbung. Es ist das Label Carus und es sind sogenannte Weltersteinspielungen.

 

Musicologie.org ist eine französische Website mit einem ganz unbekannten Bildnis von Wilhelm Friedemann als Aufmacher. Es wäre tatsächlich vielleicht einmal sinnvoll, zu prüfen, in welche Richtung deren Biografie tendiert: hin zu Brachvogel oder in unserem Sinne dieser Seite.

 

Mit der digitalisierten Sammlung in der deutschen Staatsbibliothek wollen wir die Empfehlungen hin zu den Homepages über und zu Wilhelm Friedemann Bach beenden. Wer sich für die Musik dieses Superstars Bach interessiert, der wird dort ganz sicher fündig. Beim Anhören, Lesen, und Erleben dort, wünscht Bach über Bach und das kleine „WFB-Dream-Team“ bestehend aus Gisela Thielicke, Dr. Kahmann und uns zwei Bächen aus Süddeutschland viel Freude und Spaß. 

 

Zu den 100 wichtigsten Bach-FAQ.

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